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Überführt DNA einen Helfer von Geldautomaten-Sprengern?

Braunschweig  

Überführt DNA einen Helfer von Geldautomaten-Sprengern?

22.10.2019, 01:03 Uhr | dpa

Überführt DNA einen Helfer von Geldautomaten-Sprengern?. Landgericht Braunschweig

Die Fassade des Landgerichts in Braunschweig. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Eine DNA-Spur hat Ermittler nach der Sprengung von Geldautomaten zu einem 29-jährigen Niederländer geführt. Mehr als ein Jahr nach der Tat soll ein Prozess klären, ob der Angeklagte Helfer einer niederländischen Bande war, die im April 2018 mit rund 340 000 Euro aus Wolfenbüttel entkam. Der Mann muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Braunschweig wegen Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl und zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion verantworten.

Vor der Tat soll der Angeklagte Gasschläuche mit Isolierklebeband so präpariert haben, dass die Geldbehälter bei der Sprengung nicht beschädigt werden. Seine DNA wurde laut Staatsanwaltschaft an Klebeband am Tatort in der Wolfenbütteler Innenstadt gefunden. Beim Prozessauftakt wollte sich der Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen äußern. "Mein Mandant wird keine Angaben machen", sagte sein Verteidiger Peter Schäfer.

Die Anklage geht davon aus, dass die Tat von mindestens vier Mitgliedern einer niederländischen Bande begangen wurde. Für die Staatsanwaltschaft deuten darauf Zeugenaussagen, Fotos und Überwachungsvideos hin. Identifizierbar sind die maskierten Täter darauf zwar nicht. Die Vermutung ergibt sich für die Ermittler aus der hochprofessionellen Durchführung der Sprengung. Die DNA Spuren des mutmaßlichen Helfers seien an einer markanten Stelle des Klebebands gefunden worden, an der Schläuche miteinander verbunden worden seien.

Gefasst wurden die Haupttäter bisher nicht. Unklar ist auch, wo sich die Beute befindet. Ob der Angeklagte selbst in Wolfenbüttel war, ließ sich ebenfalls noch nicht klären. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass er für seine Hilfe im Vorfeld belohnt worden ist. Eine mögliche Summe ist aber nicht bekannt.

Verteidiger Schäfer aus Aachen hat nach eigenen Angaben viel Erfahrung mit ähnlichen Fällen. Er verwies darauf, dass überhaupt nicht klar sei, wie die DNA an das Klebeband kam. Sein Mandant arbeite in einem Betrieb, in dem entsprechendes Klebeband verwendet werde. "Unser Ziel ist ganz klar ein Freispruch", sagte er in einer Verhandlungspause.

Ein Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) erläuterte, dass seit mehreren Jahren die sogenannte "Audi-Bande" aus den Niederlanden für Aufsehen sorge. Nachdem die Geldautomaten in den Niederlanden immer besser gesichert wurden, sollen die Täter ab 2015 nach Deutschland ausgewichen sein.

Ein Bezug zu dieser Gruppe lässt sich für Verteidiger Schäfer nicht herstellen. Es handele sich zumeist um Niederländer mit marokkanischen Wurzeln - oft aus Utrecht. Der Beschuldigte hat laut seinem Verteidiger keinen marokkanischen Hintergrund und kommt nicht aus Utrecht, sondern aus ’s-Hertogenbosch etwa 50 Kilometer entfernt.

Der LKA-Beamte sagte in der Befragung, dass bei einer Durchsuchung bei dem Beschuldigten zwei scharfe Schusswaffen gefunden worden seien. Ermittler hätten auch hochwertige Kleidung gefunden, die nicht zum Einkommen des Angeklagten passe. In der Wohnung sei zudem Ammoniak sichergestellt worden, das von Tätern oft zum Abwischen von Spuren verwendet werde. Neben weiteren Hinweisen wurde dem LKA-Beamten zufolge ein Handy mit einer typischen Verschlüsselungssoftware im Briefkasten gefunden.

Aus LKA-Zahlen geht hervor, dass Kriminelle in diesem Jahr schon 36 Mal versucht haben, Geldautomaten zu sprengen. Allerdings waren sie nur in 14 Fällen erfolgreich, deutlich öfter mussten sie ohne Beute abziehen - insgesamt 22 Mal. Als Grund dafür gilt auch, dass die Sicherungsvorkehrungen der Banken immer öfter greifen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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