Sie sind hier: Home > Regional >

Schlafstörungen: Menschen in Rostock am häufigsten betroffen

Schwerin  

Schlafstörungen: Menschen in Rostock am häufigsten betroffen

22.10.2019, 15:51 Uhr | dpa

Schlafstörungen: Menschen in Rostock am häufigsten betroffen. Schlafende

Eine Frau schläft mit einem Wecker in ihrer Hand. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Schlafstörungen sind einer Studie der Krankenkasse Barmer zufolge auf dem Vormarsch. Erhielten im Jahr 2005 noch 1,7 Prozent der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern die Diagnose Ein- und Durchschlafstörung, waren es 2017 bereits 3,1 Prozent, wie Barmer-Landesgeschäftsführer Henning Kutzbach am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung regionaler Daten aus dem Gesundheitsreport 2019 sagte. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 3,8 Prozent schlafe der Nordosten aber noch vergleichsweise gut. Kutzbach geht allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

Frauen sind der Studie zufolge häufiger betroffen als Männer und Stadtbewohner häufiger als Menschen auf dem Land. Die Rostocker schlafen der Studie zufolge in MV am schlechtesten - sie erreichen den Bundesdurchschnitt bei der Diagnose Ein- und Durchschlafstörung. Es folgen die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg. Am besten schlafen demnach die Schweriner, gefolgt von den Menschen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und Rostock.

Während Kutzbach einen Grund für den besseren Schlaf in ländlichen Regionen in der größeren Ruhe dort sieht, sagte Wolfram Grüning vom Schlaflabor der Helios Kliniken Schwerin, er habe keine Erklärung für die Unterschiede. Der bundesweite Gesundheitsreport förderte zutage, dass in allen neuen Bundesländern weniger Ein- und Durchschlafstörungen diagnostiziert werden als im Westen.

Kutzbach sprach mit Blick auf die Zunahme der Diagnosen von einem besorgniserregenden Trend. Schlafprobleme könnten krank machen und die Gesundung von einer Krankheit verzögern, sagte er. Zum Arzt sollte man nach seinen Worten gehen, wenn Ein- oder Durchschlafstörungen an mindestens drei Tagen pro Woche über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten andauern und das Befinden am Tag davon wesentlich beeinträchtigt wird. Als einen Risikofaktor nannte er Schichtarbeit. Aber auch privater und beruflicher Stress könnten Auslöser sein. Grüning empfahl, sich ein ruhiges Ritual für das Zubettgehen zu geben. Abzuraten sei am späten Abend von aufregenden Filmen und Fernsehsendungen oder Spielen im Internet.

Sollte man nachts doch aufwachen und nicht wieder einschlafen können, riet der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an den Helios Kliniken Schwerin, Andreas Broocks, entspannt liegenzubleiben und das Licht auszulassen. Licht irritiere das Gehirn und mache wach, sagte er.

Für den Gesundheitsreport wurden laut Kutzbach Daten der rund 150 000 Barmer-Versicherten im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) in Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet. Das seien 19 Prozent aller Menschen in dem Alter im Nordosten. Außerdem habe es eine repräsentative Online-Befragung zum Schlafverhalten mit bundesweit 4000 Teilnehmern gegeben.

Die oppositionelle Linke im Landtag sieht Grund zum Handeln für die Landesregierung. Die Ursachen für die zunehmende Schlaflosigkeit müssten altersgruppenspezifisch analysiert werden, um Maßnahmen einleiten zu können, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Torsten Koplin. Das betriebliche Gesundheitsmanagement und die Prävention müssten gestärkt werden. "Es müssen Wege gefunden werden, Stressfaktoren am Arbeitsplatz, aber auch in Schule und Ausbildung zu minimieren."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal