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50 Prozent Sozialwohnungen: Norderstedt Vorreiter im Norden

Norderstedt  

50 Prozent Sozialwohnungen: Norderstedt Vorreiter im Norden

23.10.2019, 15:39 Uhr | dpa

50 Prozent Sozialwohnungen: Norderstedt Vorreiter im Norden. Kräne am Himmel

Dicht an dicht stehen Baukräne auf einer Baustelle. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Als erste Kommune in Schleswig-Holstein hat Norderstedt eine 50 Prozentquote für Sozialwohnungen bei neuen Bauprojekten beschlossen. Allerdings gelte dies nur für Vorhaben mit mindestens 30 Wohnungen, sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch. Und die Vorgabe beziehe sich auch nur auf künftige Bebauungspläne und nicht auf bestehende. Das beschloss die Stadtvertretung am Dienstagabend. Die Wohnungswirtschaft reagierte verärgert und erklärte die Gespräche über ein Bündnis für das Wohnen in Norderstedt für beendet.

"Politiker, die glauben, ohne wirtschaftlichen Sachverstand und ohne fachliche Beratung auszukommen, müssen ihren Weg allein weitergehen", hieß es in einer Erklärung von Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), und Verena Herfort, Geschäftsführerin des BFW Landesverband Nord. Die Arbeit in einem Bündnis für das Wohnen könne nicht "unter der Vorgabe von politischen Ideologien" erfolgreich sein. Man stehe zur sozialen Verantwortung. "Allerdings führt eine starre 50-Prozent-Quote dazu, dass viele Wohnungsbauprojekte angesichts hoher Grundstückspreise und dramatisch gestiegener Baukosten nicht mehr umgesetzt werden können.

Den 50-Prozent-Antrag hatten CDU, SPD, Grüne und Linke gemeinsam eingebracht. Er wurde mit 24 zu 10 Stimmen angenommen. Gegen den Antrag stimmten die FDP, die AfD und die Wählergemeinschaft "Wir in Norderstedt". Zuvor hatten Medien berichtet.

Bisher mussten Wohnungsbauunternehmen in Norderstedt 30 Prozent der Wohnfläche als geförderte Wohnungen ausweisen - 30 Prozent gelten zum Beispiel auch in Kiel. Norderstedt sei mit den 50 Prozent ein Novum im Norden, sagte ein Sprecher des Bauministeriums in Kiel.

Die Vertreter der Wohnungswirtschaft betonten, in Hamburg habe sich die Vorgabe bewährt, öffentliche Grundstücke grundsätzlich im Wege der Konzeptausschreibung zu vergeben und ein Drittel der Wohnungen öffentlich zu fördern. So würden die sozialen Belange berücksichtigt. Zugleich könnten Wohnungsbauprojekte wirtschaftlich betrieben werden. "Dort, wo es sinnvoll ist, kann der Anteil der geförderten Wohnungen auch bei mehr als 30 Prozent liegen und besondere Bedarfe der Stadt beispielsweise nach günstigen Wohnungen für Senioren oder Auszubildende berücksichtigen", betonten Breitner und Herford.

In Norderstedt sollen je 25 Prozent der Wohnfläche nach dem ersten und nach dem zweiten Förderweg gebaut werden. Die Einkommensgrenzen für Singles sind 1700 Euro beziehungsweise 2040 Euro brutto. Familien mit zwei Kindern dürfen maximal 3300 Euro oder 3960 Euro verdienen.

Für Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel lasse sich die Entscheidung Norderstedts nicht 1:1 umsetzen lassen, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Denn in Kiel seien niedrigere Mieten eher erzielbar als im Hamburger Speckgürtel. Und für Investoren müsse sich eine Mischkalkulation lohnen. "Ist das nicht der Fall und es wird nicht gebaut, hat man mit Zitronen gehandelt."

Laut Kämpfer waren in Kiel im vergangenen Jahr bereits 43 Prozent der neuen Wohnungen Sozialwohnungen - obwohl in Kiel nur 30 Prozent vorgegeben sind. Er würde sich wünschen, dass der Anteil weiter steige. Man dürfe aber nicht nur bezahlbaren Wohnraum für Arme im Blick haben, sondern auch geeigneten Wohnraum für junge Familien, damit sie nicht ins Grüne abwandern wie zum Beispiel in die Kreise Rendsburg-Eckernförde oder Plön.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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