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Mordprozess Leonie: Mutter soll doch in Wohnung gewesen sein

Torgelow  

Mordprozess Leonie: Mutter soll doch in Wohnung gewesen sein

24.10.2019, 11:36 Uhr | dpa

Mordprozess Leonie: Mutter soll doch in Wohnung gewesen sein. Justitia und Akten

Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die Mutter der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist womöglich besser über den kritischen Zustand ihrer Tochter vor deren Tod informiert gewesen als bekannt. Entgegen ihren Angaben soll die 25-Jährige an Leonies Todestag - am 12. Januar - doch in der Wohnung gewesen sein, als es dem Mädchen am Nachmittag sehr schlecht ging. Das habe der angeklagte Stiefvater am 14. Januar in der Vernehmung bei der Polizei angegeben, sagte eine 52-jährige Kriminalistin am Donnerstag am Landgericht Neubrandenburg.

Die Mutter hatte nach Angaben eines Anwalts bislang vor Gericht erklärt, dass sie an dem Nachmittag Einkaufen war. Als sie zurückgekommen sei, habe sie den schwachen Zustand des Mädchens gesehen und Hilfe holen wollen, sei aber vom Stiefvater daran gehindert worden. Der Stiefvater, dem Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen werden, schweigt bisher vor Gericht. Deshalb werden Vernehmungsprotokolle über Polizisten in der Verhandlung ausgewertet.

Bei der Vernehmung habe der Angeklagte Leonies kleinen Bruder auf dem Schoß gehabt, sagte die Beamtin. Dieser habe erstaunlich viele Verletzungen am Kopf gehabt, und der Mann habe den Kleinen "wie einen Schutzschild vor sich gehalten". "Ich habe mich gefragt, warum ist der Junge noch hier", sagte die Frau, die das Kind besser in einer Klinik aufgehoben gesehen hätte. Zeitgleich war in einem anderen Raum die Mutter vernommen worden, die das gemeinsame Baby bei sich hatte.

In seiner Vernehmung bei der Polizei hatte der Stiefvater angegeben, dass Leonie eine Treppe hinuntergestürzt sei. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat er das Mädchen jedoch mehrfach so misshandelt, dass es am 12. Januar infolge der Verletzungen starb. Um die Taten zu verdecken, habe der Angeklagte erst viel später Rettungskräfte informiert als nötig. Auch den Bruder des Mädchens soll er schwer misshandelt haben.

Seit Donnerstag ermittelt die Staatsanwaltschaft zudem wegen eines anonymen Drohbriefs. Der Brief mit Beleidigungen und Drohungen an den leiblichen Vater und seinen Nebenklage-Anwalt war beim Landgericht eingegangen und wurde im Gerichtssaal von Richter Jochen Unterlöhner vorgestellt und übergeben. Das zweiseitige Schreiben zeige den Nebenkläger - den Vater aus Wolgast - mit seinem Anwalt im Gerichtssaal und daneben eine Pistole.

Darin heiße es, wer sein leibliches Kind nicht vor dem Tod bewahren könne, müsse mit Konsequenzen rechnen, sagte der Richter. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen für Besucher sollen weiter strikt beibehalten werden. Der Prozess wird an diesem Freitag fortgesetzt. Dann sollen Kinderärzte aus Wolgast, wo die Familie vorher lebte, und aus Torgelow zum gesundheitlichen Zustand von Leonie und ihrem Bruder vor dem tragischen Ereignis angehört werden. Mit einem Urteil wird frühesten Ende November gerechnet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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