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Mordprozess: Mutter des Toten verteidigt Sekten-Chefin

Hanau  

Mordprozess: Mutter des Toten verteidigt Sekten-Chefin

24.10.2019, 14:37 Uhr | dpa

Mordprozess: Mutter des Toten verteidigt Sekten-Chefin. Die 72-jährige Angeklagte betritt mit ihrem Anwalt den Saal

Die 72-jährige Angeklagte betritt mit ihrem Anwalt Matthias Seipel den Gerichtssaal. Foto: Jörn Perske/dpa (Quelle: dpa)

Im Mordprozess gegen eine mutmaßliche Sekten-Anführerin hat die Mutter des getöteten Jungen die Angeklagte erneut in Schutz genommen. Am zweiten Verhandlungstag sagte sie am Donnerstag vor dem Hanauer Landgericht, dass die 72-Jährige die zahlreichen Kinder der Glaubensgemeinschaft weder psychisch noch physisch misshandelt habe. Sie habe alle Kinder lieb gehabt und darum gerungen, sie auf den richtigen Weg zu bringen.

Dieser Aussage gegenüber stehen jedoch interne Unterlagen aus der Gruppe, die ein anderes Bild vermitteln. Die Schriftstücke - Tagebucheinträge und Briefe, womöglich von der Angeklagten - wurden als Beweismittel präsentiert: Darin sei der Junge als "fieser, kleiner Kerl" bezeichnet worden, der "dreckig grinst und nach Lust und Laune in die Hose" mache. Um Schlimmeres zu verhindern, habe Gott das Kind zu sich geholt. Die Eltern des Jungen hätten ihn sonst später nicht mehr bändigen können, heißt es darin. Die Mutter des toten Jungen räumte ein, dass sie als Mitglied der Glaubensgemeinschaft die Passagen kenne. Darüber sei in der Gruppe gesprochen worden.

Die Staatsanwaltschaft Hanau wirft der 72-jährigen Frau vor, den vierjährigen Jungen an einem heißen August-Tag im Jahr 1988 getötet zu haben. Sie habe den in einen Leinensack eingeschnürten Jungen, auf den sie aufpassen sollte, im Badezimmer ihres Hauses seinem Schicksal überlassen. Vermutlich ist er erstickt. Die Angeklagte soll den Jungen als "von den Dunklen besessen" angesehen haben, wie das Gericht erklärte. Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück. Die Polizei ging damals davon aus, dass der Junge an Erbrochenem erstickte - ein Unglücksfall ohne Fremdeinwirkung.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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