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Reformationstag: Gottesdienste, Feste und Proteste

Lutherstadt Wittenberg  

Reformationstag: Gottesdienste, Feste und Proteste

31.10.2019, 15:03 Uhr | dpa

Reformationstag: Gottesdienste, Feste und Proteste. Reformationstag 2019

Die Thesentür der Schlosskirche zu Wittenberg. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben mit Gottesdiensten, Andachten, Festen und Konzerten landesweit den Reformationstag gefeiert. In der Lutherstadt Wittenberg - dem Ursprungsort der Reformation - kamen am Donnerstag Tausende Besucher zum traditionellen Reformationsfest. Begleitet wurde das bunte Treiben von Protesten gegen ein antijüdisches Relief an der Stadtkirche. Rund 30 Mitglieder des "Bündnisses zur Abnahme der Judensau" zeigten Transparente mit Aufschriften wie "Nach dem Terror in Halle: Wer kann da noch mit einer Judensau an der Stadtkirche leben?" oder "Nach Auschwitz an der Judensau festhalten?"

Das Sandsteinrelief zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut und Juden, die an den Zitzen der Sau trinken. Schweine gelten im jüdischen Glauben als unrein. Seit einigen Jahrzehnten gibt es eine Kontroverse um die Darstellung, die als "Judensau"-Relief bekannt ist. 1988, 50 Jahre nach Beginn der Pogrome in Deutschland, war am Boden ein Gedenkstein eingelassen worden.

Weil er sich durch die mittelalterliche Schmäh-Plastik beleidigt fühlte, hat ein Mann gegen die Kirchengemeinde geklagt. Er fordert, das Relief von der Kirchenfassade zu entfernen. Der Fall liegt nun beim Oberlandesgericht Naumburg.

Am Reformationstag gab es landesweit Festgottesdienste. "Die Gottesdienste am Reformationstag sind in der Regel überall immer voll besetzt", sagte Friedemann Kahl, Sprecher der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, am Donnerstag. Auch auf dem Gebiet der Evangelischen Landeskirche Anhalts öffneten sich die Kirchen für Gottesdienste und Andachten, etwa in Bernburg, Köthen und Harzgerode.

Viel Publikum lockte das historische Marktspektakel auf den Plätzen und Höfen der Wittenberger Altstadt an. "Dieser Tag hat ein gewisses Flair", sagte Projektleiter Jörg-Peter Pajak. Er rechnete bis zum Abend mit rund 30 000 Besuchern bei dem Spektakel mit Händlern, Handwerkern und Musik.

Martin Luther (1483-1546) hatte der Überlieferung nach in Wittenberg am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche an die Tür der Schlosskirche geschlagen. Das Ereignis gilt als Auslöser der weltweiten Reformation in Kirche und Gesellschaft.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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