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Geständnis und Widersprüche im Prozess um Diebstahl bei VW

Osnabrück  

Geständnis und Widersprüche im Prozess um Diebstahl bei VW

01.11.2019, 03:00 Uhr | dpa

Geständnis und Widersprüche im Prozess um Diebstahl bei VW. VW

Ein großes VW-Logo auf dem Verwaltungshochhaus vom Volkswagen-Werk. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Sie sollen Tiguan-Motoren im Wert von 1,8 Millionen Euro im VW-Werk Osnabrück gestohlen haben. Deswegen stehen zwei Männer im Alter von 26 und 32 Jahren seit Freitag vor dem Osnabrücker Landgericht. Während der jüngere Angeklagte die Taten zugab, bestritt der andere jegliche Beteiligung an den Diebstählen.

Über eine Zeitarbeitsfirma sei er von 2016 an im VW-Werk in Osnabrück als Staplerfahrer beschäftigt gewesen, berichtete der 26-Jährige. Er habe auf eine Festanstellung gehofft, diese aber nicht bekommen. Als er damit gedroht habe, nicht mehr zur Arbeit zu kommen, wenn er nicht fest angestellt werden würde, sei er entlassen worden. "Da war ich ziemlich angepisst", sagte er.

Er habe sich dann an einen Mann erinnert, der ihn während der Zeit bei VW darauf angesprochen habe, ob er Motoren oder andere Fahrzeugteile "besorgen" könne. Das, so erzählte der 26-Jährige, habe er damals seinem Vorgesetzten mitgeteilt. Der habe aber abgewiegelt und gemeint, dass VW-Mitarbeiter ständig darauf angesprochen würden. Nach seiner Entlassung habe er mit dem Mann Kontakt aufgenommen, der nach den Diebstählen der Motoren als Hehler fungiert haben soll. Dem 26-Jährigen zufolge versprach er 1200 Euro pro Motor.

Der 26-Jährige sagte, er habe den zweiten Angeklagten um Mithilfe gebeten. Dieser habe eingewilligt und Geld gefordert, um Kollegen mit Schweigegeld bestechen zu können. Von dem Hehler habe er 20 000 Euro als Vorschuss erhalten. Ohne die Hilfe des Komplizen hätte er die Taten nicht ausführen können, da er keinen Zutritt zum Werksgelände mehr hatte.

Nach dem Geständnis des Angeklagten stahlen er und sein Komplize im Sommer 2017 insgesamt 132 Motoren. Von dem mutmaßlichen Hehler hätten sie laut Vereinbarung dafür rund 160 000 Euro bekommen sollen, erhielten demnach aber nur 35 000 Euro als angeblichen Vorschuss. "Da habe ich gemerkt, dass ich über den Tisch gezogen wurde und die Sache war für mich erledigt", so der 26-Jährige. Die 35 000 Euro habe er mit seinem Komplizen geteilt.

Der zweite Angeklagte bestritt vor Gericht nicht nur seine Beteiligung an den Diebstählen, sondern auch, dass er den 26-Jährigen persönlich kennt. Er habe ihn lediglich auf dem Gelände gesehen, sagte er. Warum er von dem 26-Jährigen als Mittäter angegeben werde, würde ihn selbst interessieren, sagte er.

Sollten die beiden Angeklagten verurteilt werden, drohen ihnen Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren wegen gewerbsmäßigen Diebstahls. Der Prozess vor dem Landgericht wird am 6. November fortgesetzt.

Aus dem Osnabrücker VW-Werk sollen weit mehr als 132 Motoren für das Modell Tiguan gestohlen worden sein. Einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Diebstahls von insgesamt 342 Motoren und 142 Getrieben. Der Gesamtschaden soll sich auf 5,7 Millionen Euro belaufen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich demnach gegen zehn Personen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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