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Berliner "Dreigroschenoper" an drei Tagen in Ludwigshafen

Ludwigshafen am Rhein  

Berliner "Dreigroschenoper" an drei Tagen in Ludwigshafen

04.11.2019, 07:53 Uhr | dpa

Berliner "Dreigroschenoper" an drei Tagen in Ludwigshafen. Berliner "Dreigroschenoper" in Ludwigshafen

Christopher Nell als Macheath und Angela Winkler als Jenny in einer Probenszene der "Dreigroschenoper". Foto: Lesley Leslie-Spinks/Theater im Pfalzbau/dpa (Quelle: dpa)

Große Theaterkunst aus der Hauptstadt am 30. Jahrestag des Mauerfalls: Das Berliner Ensemble gastiert am 9. November (19.00 Uhr) mit der "Dreigroschenoper" in Ludwigshafen. Text und Musik schuf das Duo Bertolt Brecht und Kurt Weill (1928), das Lichtkonzept kommt vom genialen US-Regisseur Robert Wilson. "Das ist eine exzellente künstlerische Arbeit und ein ästhetisch herausragend gelungenes Werk", schwärmt Pfalzbau-Intendant Tilman Gersch. "Die Dreigroschenoper" ist bis heute eines der erfolgreichsten Stücke überhaupt, und Lieder wie "Die Moritat von Mackie Messer" sind Hits.

Etwa ein Jahr liefen Gersch zufolge die Planungen, das Ensemble um Angela Winkler als kokette Spelunken-Jenny an den Rhein zu holen. "Wir wollen hier das Beste zeigen. Das war in diesem Fall möglich mit der Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz und der BASF." Das Stück läuft im Rahmen der Festspiele Ludwigshafen. Wie schwer ist es, ein solch renommiertes Haus zu einer Gastrolle zu bewegen? "Wir machen uns langsam einen Namen in der Branche und entwickeln uns zur Marke", meint Gersch. Dass Häuser wie das Burgtheater Wien oder das Deutsche Schauspielhaus Hamburg nach Ludwigshafen kommen, werde bemerkt.

Doch sind Brechts Botschaften noch zeitgemäß? Auf jeden Fall, meint Intendant Oliver Reese vom Berliner Ensemble. "Brecht war der Meinung, dass es im Theater noch schöner ist, wenn die Menschen mit einem moralischen Gewinn aus der Vorstellung gehen." Ähnlich sieht es Joachim Lang, bis 2016 Leiter des Brecht Festivals in Brechts Heimatstadt Augsburg. In Zeiten der Globalisierung seien Stücke wie "Die Dreigroschenoper" weiter aktuell. "Es war ganz selten in der deutschen Geschichte, dass anspruchsvolle Musik kombiniert mit der neuen Form des Theaters und Gesellschaftskritik auch ein Massenpublikum erreicht", meint Lang.

Intendant Gersch verspricht eine unterhaltsame, farbenprächtige Aufführung. "Es ist erstaunlich, mit welcher Schärfe die politische Botschaft auch in dieser Inszenierung herauskommt", schwärmt er. In seinem Stück analysiert Brecht mit kühlem Blick die unerbittlichen Gesetze des Marktes. Er erzählt vom Kampf zweier Großunternehmer - dem skrupellosen Geschäftsmann Peachum und dem berüchtigten Gangsterboss Mackie Messer. Brecht zeigt eine von Gier und Korruption zerfressene Gesellschaft ohne moralischen Kodex. Mit dem Stück gastieren die Berliner auch am 10. und 11. November in Ludwigshafen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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