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Mordprozess um Leonie: Erste Gutachter werden angehört

Torgelow  

Mordprozess um Leonie: Erste Gutachter werden angehört

07.11.2019, 05:44 Uhr | dpa

Mordprozess um Leonie: Erste Gutachter werden angehört. Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Im Prozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) haben Gutachter Aussagen des Angeklagten widerlegt. So wurden in der Wohnung 16 Blutspuren von Leonie und 20 vom zweijährigen Bruder gefunden, wie Rechtsmedizinerin Anja Klann am Donnerstag am Landgericht Neubrandenburg erklärte. Vor allem die Blutspuren des Bruders seien in fast allen Zimmern sowie an Wänden im Flur gefunden worden. Dem Stiefvater wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Die Ankläger vermuten, dass der Mann beide Stiefkinder schwer misshandelt hat. Leonie war am 12. Januar tot in der Wohnung gefunden worden, ihr Bruder mit etlichen Verletzungen.

Der 28-jährige Angeklagte, der im Prozess noch schweigt, hatte Polizisten zunächst erklärt, dass die Blutflecke an den Wänden vom Vormieter stammten. Später sprach er von einem körperlichen Streit mit Bruder und Vater bei einem Besuch im Dezember als Ursache. Es wurden aber keine Blutflecke von anderen Personen entdeckt. Zudem berichtete ein Toxikologe, dass in Haaren von Leonie, dem Bruder und dem gemeinsamen Baby höhere Konzentrationen von Amphetaminen und einem Cannabis-Wirkstoff gefunden wurden.

Diese könnten von außen aufgenommen worden sein und vom Drogenkonsum der Mutter oder des Stiefvaters herrühren, hieß es. Beim Angeklagten wurde eine dreifach höhere Konzentration von Amphetamin in Haaren festgestellt als bei der Mutter. Der Mann hatte einer Haftrichterin noch erzählt, dass er keine Betäubungsmittel konsumiere.

Polizisten hatte er erzählt, dass Leonie am Nachmittag des 12. Januar mit einem Puppenwagen eine Treppe im Hausflur hinuntergestürzt sein und auch geblutet habe. An der Treppe wurden nach Angaben der Ermittler aber keine Spuren gefunden, die das zweifelsfrei belegten.

Der Prozess wird am 19. November fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen aus dem Umfeld des Paares sowie ein Gutachter gehört werden, der untersucht hat, ob es einen Treppensturz mit einem Puppenwagen gegeben hat und dies zu den Schäden am Wagen passt. Ein Urteil soll frühestens am 9. Januar 2020 fallen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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