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Niedrigwasser am Rhein wenig wahrscheinlich

Koblenz  

Niedrigwasser am Rhein wenig wahrscheinlich

07.11.2019, 06:13 Uhr | dpa

Niedrigwasser am Rhein wenig wahrscheinlich. Ein Frachtschiff passiert auf dem Mittelrhein eine Sandbank

Ein Frachtschiff passiert auf dem Mittelrhein bei Oberwesel eine Sandbank. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Niedrigwassergefahr am Rhein ist für 2019 nach Einschätzung von Experten zwar noch nicht grundsätzlich gebannt - aber kaum mehr zu erwarten. "Das Auftreten besonderer Extreme im Restjahr ist als wenig wahrscheinlich einzuschätzen", sagte Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Insgesamt habe es am Rhein im laufenden Jahr relativ wenig Niedrigwasserprobleme gegeben, im Gegensatz zu anderen deutschen Flussgebieten.

"Zwar gab es im Juli und vor allem im September in der Schifffahrt Behinderungen aufgrund niedriger Wasserstände", sagte Belz. "Dies betraf aber vornehmlich größere Schiffe mit entsprechendem Tiefgang."

Niedrigwasser hatte 2018 der Natur und der Wirtschaft am Rhein massive Probleme bereitet. Frachtschiffe konnten nur zu zwei Dritteln oder weniger beladen werden. Vor allem Fabriken, die über den Rhein mit Rohstoffen versorgt werden, mussten ihre Produktion drosseln - etwa der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen. Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) macht sich für eine Vertiefung um 20 Zentimeter an wenigen Stellen im Rhein stark.

In der ersten Hälfte 2019 seien Einschränkungen in der Schifffahrt im Ausmaß des Vorjahres vor allem aufgrund hoher Schnee- und Eisschmelzanteile am Rheinabfluss ausgeblieben, sagte Belz. Auch in der zweiten Jahreshälfte habe es weniger Probleme gegeben - es habe immer wieder geregnet. An den wichtigen Pegeln in Kaub am Mittelrhein und in Duisburg-Ruhrort liege der Wasserabfluss derzeit unter dem Durchschnitt, sagte Belz. Die Schifffahrt sei aber nicht gefährdet.

Auch für das Grundwasser sind Regen und Schnee immens wichtig. Die Wasserversorger wünschen sich mehr Regenfälle, damit die Grundwasserspeicher gefüllt werden. Besonders abhängig sind die sogenannten Quellschüttungen. "Die im Vergleich zum letzten Sommer häufigeren Niederschläge in diesem Jahr sowie die nassen letzten Wochen haben noch keinen positiven Effekt für das Grundwasser und zum Teil auch noch keinen positiven Effekt für Quellschüttungen", sagte Vize-Geschäftsführer Sebastian Exner vom Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland/Pfalz (LDEW) in Mainz.

"Die Grundwasserstände lagen im Landesdurchschnitt in den vergangenen Jahren im leicht unterdurchschnittlichen Bereich", sagte Milan Sell vom Landesamt für Umwelt in Mainz. Wie sich diese entwickelten lasse sich aber erst im März oder April nächsten Jahres sagen. Denn im November beginne erst die vegetationsfreie Zeit und damit die Zeit der Grundwasserneubildung - sie dauere etwa bis April. "Der Niederschlag in den vergangenen Monaten hat zu einer gewissen Erholung der Bodenfeuchte geführt."

Für die Natur bedeuteten die Niederschläge jedoch eine willkommene Entlastung, denn die oberen etwa 30 Zentimeter Boden seien inzwischen gut durchfeuchtet. "Damit aber auch im Grundwasser etwas ankommt, müsste es über den kommenden Winter insgesamt erheblich mehr Niederschläge geben als im langjährigen Mittel", betonte Exner.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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