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Medikamenten-Engpässe: Politik oder Produktion verlagern?

Ingelheim am Rhein  

Medikamenten-Engpässe: Politik oder Produktion verlagern?

07.11.2019, 07:48 Uhr | dpa

Medikamenten-Engpässe: Politik oder Produktion verlagern?. Sabine Nikolaus steht in ihrem Büro

Sabine Nikolaus, Vorsitzende der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH, steht in ihrem Büro. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach Einschätzung der Deutschlandchefin von Boehringer Ingelheim könnte die Politik den Lieferengpässen bei Medikamenten entgegentreten. So könne etwa festgelegt werden, dass Krankenkassen ihre Rabattverträge für Arzneimittel nicht nur mit einem, sondern mit mehreren Herstellern schließen müssten, sagte Sabine Nikolaus der Deutschen Presse-Agentur in Ingelheim. Es sei auch denkbar, dass einer dieser Hersteller dann in Europa produzieren müsse, um eine größere Liefersicherheit zu gewährleisten.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) erklärte: "Liefereinschränkungen bei versorgungsrelevanten Arzneimitteln sind ein globales Problem, das nicht auf Länderebene gelöst werden kann." Die umfassende Produktion namhafter rheinland-pfälzischer Pharmaunternehmen in Ingelheim und Ludwigshafen zeige jedoch, dass eine regionale Arzneimittelherstellung in Deutschland möglich ist.

Es mache keinen Sinn, Qualitätssicherung und Produktion von Arzneimitteln nach Asien zu verlagern, wenn diese Prozesse mindestens genauso gut - oder sogar vielfach besser - vor Ort gestaltet werden könnten, sagte die Ministerin. Sie sehe auch die Pharmaunternehmen in der Pflicht, "ihren Aufgaben zur bedarfsgerechten Versorgung umfassend nachzukommen".

Zuletzt hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hierzulande Lieferengpässe bei gängigen Arzneimitteln beklagt. Diese kämen immer häufiger vor, es werde auch immer schwieriger, Ersatzmedikamente für Patienten zu finden. Als einen Grund für die Engpässe macht der Verband den globalisierten Markt aus.

Das sieht Nikolaus ähnlich. Ein Großteil der Pharmaproduktion finde beispielsweise in Asien statt, sagte sie. Boehringer selbst produziere vor allem in Europa, größtenteils in Deutschland, und habe daher keine Probleme. "Auf dem deutschen Pharmamarkt insgesamt gibt es aber Lieferengpässe." Es sei problematisch, wenn Wirkstoffe nur bei wenigen Produzenten entstünden. Wenn dann einer wegfalle, könne gleich eine ganze Reihe an Pharmaunternehmen ein Medikament nicht mehr herstellen. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit sei der Mangel an dem Wirkstoff Valsartan gewesen.

Nikolaus verwies auch auf die Importförderklausel im Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung. Diese führe indirekt auch zu mehr Parallel-Importen. Dabei erwerben von Herstellern unabhängige Firmen grob gesagt im Ausland Medikamente, die eigentlich für den Markt dort bestimmt sind, und führen sie zum Beispiel nach Deutschland ein. Auch das könne zu Engpässen führen, sagte Nikolaus. "Durch politische Korrekturen könnte die Arzneimittelversorgung der Deutschen verbessert werden."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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