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Gedenken an Pogromnacht in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin  

Gedenken an Pogromnacht in Mecklenburg-Vorpommern

09.11.2019, 02:18 Uhr | dpa

Gedenken an Pogromnacht in Mecklenburg-Vorpommern. Juri Rosov (M.) spricht bei Gedenkveranstaltung an Pogromnacht

Bei einer Gedenkveranstaltung dort, wo sich früher die Synagoge befand, spricht Juri Rosov (M.). Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

In Mecklenburg-Vorpommern ist am Samstag an die antijüdischen Pogrome vor 81 Jahren in Deutschland erinnert worden. In Neubrandenburg sagte Bürgermeister Silvio Witt (parteilos) bei einer Veranstaltung, aus der Erinnerung müssten Konsequenzen für ein respektvolles Miteinander heute gezogen werden. Diese Verantwortung liege bei jedem Einzelnen.

In Schwerin war am Wochenende eine Gedenkveranstaltung in der Innenstadt vorgesehen. 81 Jahre nach dem Novemberpogrom von 1938 und einen Monat nach dem Anschlag in Halle an der Saale sollte mit Texten, Musik und Gebeten an den staatlich organisierten Terror gegen jüdische Mitbürger und das große Wegsehen der Bevölkerung erinnert werden, erklärten die Veranstalter. Es gehe auch um ein Zeichen gegen die Verharmlosung der Verbrechen zwischen 1933 und 1945 und gegen Vorurteile in der heutigen Gesellschaft.

In Rostock kamen am Sonntag 250 Menschen auf dem jüdischen Friedhof im Lindenpark zusammen und legten Kränze und Blumen nieder. Landesrabbiner Yuriy Kadnykov sprach ein Totengebet. Bei einem Gedenken am Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge sprachen unter anderen der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Juri Rosov, der neue Antisemitismusbeauftragte in MV, Hansjörg Schmutzler und die Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück. "Für uns ist das ein Zeichen der Solidarität mit uns, aber es ist auch ein wichtiges Zeichen, dass die Menschen, die damals im Holocaust ermordet worden sind, hier in Rostock nicht vergessen werden", sagte Rosov. Die jüdische Gemeinde habe zur Zeit der Novemberpogrome etwa 300 Mitglieder gehabt und sei während des NS-Regimes nahezu ausgelöscht worden.

"Wir wollen, dass sich Juden in Deutschland sicher fühlen. Wir wollen, dass sie spüren, dass dieses Land unser gemeinsames Zuhause ist", sagte Lück. Die Hansestadt Rostock sehe es als eine wichtige Aufgabe, neofaschistischen, rechtsextremen und fanatischen Strömungen entgegenzutreten. Schülerinnen und Schüler verlasen Namen von Menschen aus der Jüdischen Gemeinde Rostock, die zur Zeit des NS-Regimes verfolgt oder ermordet wurden.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte am Freitag den 9. November 1938 als einen Tag der Schande bezeichnet. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatten Nationalsozialisten etwa 7500 jüdische Geschäfte und Einrichtungen in Deutschland verwüstet. Sie zündeten einen Großteil der rund 1200 Synagogen und Gebetshäuser an und stürmten Wohnungen. Mehr als 1300 Menschen wurden nach Schätzungen von Historikern getötet und 30 000 Menschen in Konzentrationslager verschleppt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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