Sie sind hier: Home > Regional >

Richter verhandeln über Schonzeit für Waschbären

Wiesbaden  

Richter verhandeln über Schonzeit für Waschbären

10.11.2019, 10:19 Uhr | dpa

Richter verhandeln über Schonzeit für Waschbären. Ein Waschbär

Ein Waschbär sitzt in einem Baum. Foto: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Hessische Staatsgerichtshof beschäftigt sich am kommenden Mittwoch (13. November) mit der Landesjagdverordnung. Die FDP-Landtagsfraktion hatte vor rund drei Jahren eine Klage eingereicht, die sich unter anderem gegen die langen Schonzeiten für Waschbären und Füchse richtet. Die Liberalen bemängeln außerdem, dass die Regelungen per Verordnung und nicht per Gesetz auf den Weg gebracht wurden. "Die Änderungen waren so tiefgreifend, das hätte nicht am Parlament vorbei entschieden werden dürfen", sagt die jagdpolitische Sprecherin der FDP, Wiebke Knell, in Wiesbaden.

"Die Schonzeiten wurden teils deutlich ausgeweitet, was vor allem bei Fuchs und Waschbär problematisch ist." Nach den Worten von Knell sind die Beutetiere dieser beiden Arten oft in ihrem Bestand gefährdet. "Alleine aus Gründen des Artenschutzes sollten Fuchs und Waschbär deswegen ganzjährig bejagt werden", fordert die FDP-Abgeordnete.

Der Sprecher des Landesjagdverbandes, Markus Stifter, erläutert, dass Fuchs und Waschbär vor allem bodenbrütenden Vögeln wie etwa dem Rebhuhn, aber auch jungen Hasen zusetzten. "Fuchs und Waschbär sind für uns nicht weniger wert als andere Arten", betont er. Allerdings stehe es schlecht um die Bestände der Bodenbrüter - "da müssen wir für einen Ausgleich sorgen können".

Die Jagdverordnung ist seit Anfang 2016 in Kraft. Sie sieht unter anderem vor, dass Waschbären vom 1. März bis 31. Juli nicht gejagt werden dürfen, Füchse sind vom 1. März bis 14. August tabu. Unter anderem Baummarder, Iltisse und Mauswiesel dürfen überhaupt nicht gejagt werden.

Nach Einschätzung der FDP beschneidet die Landesjagdverordnung das Recht auf Eigentum und greift verfassungswidrig in das Jagdrecht ein. Verbandssprecher Stifter erläutert, dass die ausgeweiteten Schonzeiten den Wert bestimmter Jagdpachten schmälern könnten. Auch eine Neuverpachtung könnte schwieriger werden.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hatte anlässlich der Klageeinreichung 2016 darauf verwiesen, dass bestimmte Tierarten wie etwa Rehe für einen größeren Zeitraum bejagt werden dürften als zuvor. Das Land bewege sich mit der neuen Verordnung innerhalb des Rahmens, den das Gesetz vorsehe. Der Staatsgerichtshof plant für Mittwoch eine rund zweistündige mündliche Verhandlung. Ein Urteil soll nach den Worten einer Sprecherin erst zu einem späteren Termin verkündet werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal