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Expertenkommission empfiehlt Regellockerung bei Bestattungen

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Expertenkommission empfiehlt Regellockerung bei Bestattungen

11.11.2019, 13:49 Uhr | dpa

Expertenkommission empfiehlt Regellockerung bei Bestattungen. Urne

In einem Regal eines Bestatters steht eine Urne. Foto: Sophia Kembowski/dpa (Quelle: dpa)

Urne auf Zeit zu Hause - Eine Expertenkommission des Landtags hat sich für eine Lockerung von Bestattungs-Vorschriften ausgesprochen. Mit knapper Mehrheit empfahl die Kommission am Montag, die Aufbewahrung einer Urne zu Hause vor der Bestattung zu erlauben. Nach langer Diskussion schlossen sich neun Kommissionsmitglieder dieser Empfehlung an, sieben stimmten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme.

Der Zwang zur anschließenden Bestattung der Urne auf einem Friedhof, in einem Ruhewald oder in Form einer Seebestattung soll demnach aber bestehen bleiben. Wie lange die Urne maximal zum Abschiednehmen zu Hause stehen kann, ließ die Kommission des Landtags für Bestattungskultur offen.

In einem zweiten zentralen Punkt - der sogenannten Ascheteilung - setzten sich die Kirchen und Vertreter konservativer Parteien durch: Neun Kommissionsmitglieder stimmten gegen eine Liberalisierung des Gesetzes, sechs dafür, drei enthielten sich. Allerdings ist es nach Worten von Hans-Joachim Möller vom Verband unabhängiger Bestatter bereits gängige Praxis, dass trauernde Angehörige einen kleinen Teil der Asche des Verstorbenen abnehmen lassen und in einer Mini-Urne oder einer Asche-Schmuckkapsel bei sich aufbewahren. Auch Eva-Maria Kröger von den Linken sagte: "Es wird ja schon gemacht." Viele Bestatter würden es anbieten. "Es ist Realität. Diese neue Form der Erinnerungskultur sollte endlich per Gesetz legalisiert werden."

Die Expertengruppe war vor eineinhalb Jahren vom Landtag eingesetzt worden, um Vorschläge für eine Modernisierung des Landesbestattungsgesetzes zu erarbeiten. Der Bericht mit ihren Empfehlungen wird für Dezember erwartet. Der Kommission gehören neben Landtagsabgeordneten auch Vertreter von Bestatterverbänden, Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Verbraucherschützer und Mediziner an. Der Landtag kann die Empfehlungen berücksichtigen, wenn er ein neues Bestattungsgesetz beschließt.

Das Bestattungsrecht ist Ländersache. Infolgedessen unterscheiden sich die Regelungen von Bundesland zu Bundesland. Das liberalste Gesetz hat derzeit Bremen. Dort dürfen Angehörige zum Beispiel die Urne auf dem eigenen Grundstück beisetzen. Dies empfahl die Kommission für Mecklenburg-Vorpommern nicht. Nach Worten von Kröger empfahl die Kommission der Landesregierung einstimmig, sich auf Bundesebene für die Wiedereinführung des Sterbegeldes einzusetzen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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