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Lehrer gesucht: Linke befürchtet "Bildungsnotstand"

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Lehrer gesucht: Linke befürchtet "Bildungsnotstand"

14.11.2019, 15:30 Uhr | dpa

Lehrer gesucht: Linke befürchtet "Bildungsnotstand". Eine Lehrerin schreibt an eine Tafel

Eine Lehrerin schreibt an eine Tafel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Landtag sorgt sich um die langfristige Sicherung des Lehrerbedarfs an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. In einer von der oppositionellen Linksfraktion am Donnerstag initiierten Debatte betonten Sprecher aller Fraktionen, dass die Gewinnung gut ausgebildeter Pädagogen einer Bündelung aller Kräfte bedürfe. Der von der Linken eingebrachte Antrag "Lehrkräftemangel an öffentlichen Schulen wirksam begegnen" wurde auch mit den Simmen der SPD/CDU-Koalition zur Beratung in den Bildungsausschuss überwiesen.

"Die Personalsituation an den öffentlichen Schulen ist besorgniserregend. Es ist höchste Zeit, dass der Bildungsausschuss Lösungen sucht und findet, den drohenden Bildungsnotstand in MV abzuwenden", sagte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg nach der Debatte. Nach ihren Angaben kann der Bedarf an Pädagogen nur noch mit Hilfe sogenannter Seiteneinsteiger gedeckt werden, denen aber meist eine pädagogische Ausbildung fehle. Unter den 651 Neueinstellungen zum Schuljahr 2019/2020 sei jede dritte eine Lehrkraft ohne Lehrbefähigung gewesen. Die nachträgliche Qualifizierung erfolge bislang nur unzureichend oder gar nicht, beklagte Oldenburg. Sie forderte einen dreimonatigen Pädagogik-Grundkurs vor Dienstantritt und ein 18-monatiges Referendariat für alle Seiteneinsteiger. Für Lehramtsstudenten hingegen soll das Referendariat auf zwölf Monate verkürzt werden.

Nach Angaben von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) muss das Land jährlich etwa 700 Lehrer einstellen, um altersbedingt ausscheidende Kollegen zu ersetzen oder Zusatzbedarf zu decken. Das sei bislang - auch dank intensiver Werbung - gelungen, werde in Zukunft aber immer schwieriger. "Es gibt einen bundesweiten Wettbewerb um Lehrer. Alle Bundesländer stehen vor der gleichen Situation", sagte Martin, warnte aber vor Panikmache: "Es hilft uns beim Werben um junge Lehrer nicht, wenn der Schulstandort schlecht geredet wird." In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 12 000 Lehrer tätig, nach Angaben Martins 60 Prozent davon älter als 50 Jahre.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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