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Imker besorgt über Rückstände von Pestiziden in Bienenpollen

Ingelheim am Rhein  

Imker besorgt über Rückstände von Pestiziden in Bienenpollen

18.11.2019, 06:52 Uhr | dpa

Imker besorgt über Rückstände von Pestiziden in Bienenpollen. Biene mit Pollen bedeckt

Eine Biene ist mit Hibiskus-Pollen bedeckt, während sie sich auf einer verwelkten Blüte im Sonnenschein ausruht. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa (Quelle: dpa)

Bei einer Untersuchung von Bienenpollen sind in einer Probe aus Rheinland-Pfalz Rückstände von 34 verschiedenen Pestiziden gefunden worden - so viel wie in keiner anderen von insgesamt 203 bundesweit untersuchten Proben. Selbst wenn einzelne Wirkstoffe für sich ungefährlich seien, könne das Zusammenwirken von derart vielen Stoffen weitreichende Folgen für Honig- oder Wildbienen haben, befürchtet Franz Botens vom Imkerverband Rheinland-Pfalz. "Bei 34 verschiedenen Wirkstoffen kann man gar nicht sagen, wie ein solcher Cocktail wirkt."

Der auffällige Befund aus Ingelheim am Rhein ist Teil des bundesweiten Bienen-Monitorings mit Proben aus dem Jahr 2016. Bei dieser Erhebung der Universität Hohenheim in Stuttgart unter Mitwirkung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel wurden im Schnitt 7,9 Wirkstoffe festgestellt. Nach dem Befund wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Mainz Zusatzuntersuchungen vorgenommen, die noch nicht abgeschlossen sind.

Der von Honigbienen im Stock eingelagerte Pollen wird auch als Bienenbrot bezeichnet, weil er als Futter für die Brut dient. "Blütenpollen sind die "Babynahrung" für die Honigbienen, aber auch für alle Wildbienen und Hummeln", erklärt Botens.

Unter den Wirkstoffen in der Ingelheimer Pollenprobe sind nach Angaben des Ministeriums 20 Fungizide, also Wirkstoffe zum Schutz vor Pilzkrankheiten, und 9 Insektizide, also Mittel gegen Insekten, die in der Landwirtschaft als Schädlinge eingestuft werden. "Das Spektrum der Funde in den Pollen bildet den bestimmungsgemäßen Einsatz der Pflanzenschutzmittel in den angebauten Kulturen ab", erklärt das Landwirtschaftsministerium. In der Region um Ingelheim gebe es viele verschiedene Kulturen wie Weinbau, Obst- und Gemüsebau oder Ackerbau auf relativ kleinen Flächen und auch auf engstem Raum.

"Grundsätzlich ist es so, dass in Gebieten, an denen viele verschiedene Kulturen bewirtschaftet werden, eine erhöhte Anzahl an Wirkstoffen vorkommt", erklärt eine Sprecherin des Ministeriums. Bisherige mehrjährige Ergebnisse des Deutschen Bienen-Monitoring zeigten, dass dies keine Auswirkungen auf die Bienenvölker habe.

Imker und Landwirte, Gartenbauern und Winzer, sind im Dialog, um zusammen mit der staatlichen Beratung die Pollenbelastung zu verringern. Als Ansätze für eine Lösung nennt das Ministerium die Beseitigung von blühendem Unterwuchs in Obstpflanzungen und in den Rebzeilen der Weinberge.

Für das bundesweite Bienen-Monitoring betreut das Fachzentrum für Bienen und Imkerei des DLR Westerwald-Osteifel derzeit sieben Standorte von Imkereibetrieben in Rheinland-Pfalz. Ein vom Imkerverband gefordertes flächendeckendes, landesweites Bienen-Monitoring hält das Ministerium für nicht erforderlich.

In ganz Rheinland-Pfalz gibt es rund 5800 Mitglieder in Imkervereinen und mehr als 38 000 Bienenvölker - 2014 waren es noch weniger als 30 000. Ingelheim habe mit zwei Vereinen und insgesamt etwa 380 Mitgliedern eine besonders hohe Imkerdichte, sagt Botens.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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