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Waldzustand so schlecht wie seit 1991 nicht mehr

Magdeburg  

Waldzustand so schlecht wie seit 1991 nicht mehr

18.11.2019, 12:28 Uhr | dpa

Waldzustand so schlecht wie seit 1991 nicht mehr. Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Das zweite Dürrejahr in Folge hat den Wäldern in Sachsen-Anhalt schwer zugesetzt. Der Zustand ist so schlecht wie zuletzt 1991, wie der Forstwissenschaftler Johannes Eichhorn am Montag in Magdeburg sagte. Er ist Professor der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen, die für Sachsen-Anhalts Umweltministerium jährlich einen Bericht zum Waldzustand erstellt.

So hat sich etwa der Anteil schwer geschädigter Bäume binnen eines Jahres auf 12 Prozent verdoppelt. Unter die Kategorie fallen sowohl abgestorbene Bäume als auch jene, die nur noch maximal ein Drittel ihrer normalen Laubmenge tragen.

Es sei die "Klumpung" extremer Ereignisse, die den Bäumen "gar nicht gut bekomme", so der Wissenschaftler. Erst kamen bis Anfang 2018 die schweren Stürme, dann kamen zwei Jahre mit zu wenig Regen und Schädlinge konnten sich dank der geschwächten Bäume extrem gut entwickeln. Laut Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) summieren sich die Kahlflächen in diesem Jahr auf mehr als 8200 Hektar.

Fast ein Viertel der Fichten in Sachsen-Anhalt ist dem Bericht zufolge stark geschädigt, was auch an der Borkenkäferplage liegt. Doch auch bei den Buchen fällt jeder fünfte Baum in diese Kategorie. Bei den für jeweils nicht ganz so stark verbreiteten Baumarten wie Birke, Ahorn oder Hainbuche lag der Anteil im Schnitt genauso hoch. Die Eiche trotzte den widrigen Umständen: Mit 9 Prozent stark geschädigter Bäume war sie unterdurchschnittlich betroffen. Noch glimpflicher kam mit der weit verbreiteten Kiefer ein Nadelbaum davon - hier weisen nur 2 Prozent der Bäume schwere Schäden auf.

Das Hauptproblem sei, dass sich die Wasserspeicher nach der Dürre 2018 nicht ausreichend gefüllt hätten, fasste Forstexperte Eichhorn zusammen. Normalerweise durchfeuchte der Regen im Winter den gesamten Waldboden. Das hilft den Bäumen, zwischen Frühjahr und Herbst auch mit weniger neuem Regen auszukommen. Im April seien die Bodenwasserspeicher jedoch auf drei Viertel der Fläche nicht aufgefüllt gewesen. Das erkläre auch, warum neben der Fichte so viele andere Baumarten gelitten haben.

Auch wenn es jetzt vielerorts wieder regnet, geht Eichhorn davon aus, dass das Waldsterben vorerst nicht aufhört. "Erfahrungen aus früheren Dürreperioden legen nahe, dass sich die Störungen in den kommenden Jahren fortsetzen." Das gelte auch für die borkenkäfergeplagte Fichte. Forstleute sind derzeit vielerorts damit beschäftigt, befallene Stämme zu fällen und so viele Kilometer entfernt vom nächsten Fichtenwald zu lagern, dass die Käfer im nächsten Frühjahr nicht wieder zurückfliegen. Dazu Eichhorn: "Im nächsten Jahr wird es weitergehen mit den Borkenkäfern. Wir können es nicht aufhalten."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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