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Landkreis Harburg: Umstrittenes Tierversuchslabor durchsucht

Neu Wulmstorf  

Landkreis Harburg: Umstrittenes Tierversuchslabor durchsucht

25.11.2019, 14:39 Uhr | dpa

Landkreis Harburg: Umstrittenes Tierversuchslabor durchsucht. Ein Rhesus-Affe in einem Käfig

Ein Rhesus-Affe mit einem Implantat wird in der Tierhaltung von einem Tierpfleger gefüttert. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Das umstrittene Tierversuchslabor südlich von Hamburg ist am Montag durchsucht worden. Auch Standorte der Firma in Hamburg und Schleswig-Holstein seien durchsucht worden, hieß es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei. Beteiligt waren demnach die Staatsanwaltschaft Stade, die Polizeiinspektion Harburg, Mitarbeiter des zuständigen Landkreises Harburg und Beamte des Landeskriminalamtes. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

"Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und anderer möglicher Vorwürfe", sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Tierschützer hatten Mitte Oktober angeprangert, dass im LPT-Labor in Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen misshandelt würden. Ein Aktivist hatte sich als Mitarbeiter eingeschlichen und Aufnahmen von schreienden Affen und blutverschmierten Hunden gemacht.

Grundlage der Durchsuchung sei ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stade, hieß es in der Presseerklärung. Anzeigen hätten den Anfangsverdacht begründet, dass Wirbeltieren in Mienenbüttel erhebliche und länger anhaltende Schmerzen zugefügt oder sie außerhalb eines laufenden Versuches und damit ohne tragfähigen Grund getötet worden seien. Die Anzeigen seien vom Verein SOKO Tierschutz, dem Landkreis Harburg und dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) gekommen.

Gesucht wurden Unterlagen und Präparate. Dabei ging es nach Angaben der Behörden auch um Belege, welche Gelder die Firma durch bestimmte Tierversuche eingenommen hat. Diese Gelder seien möglicherweise einzuziehen. "Insoweit konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden", hieß es in der Erklärung. Die Ermittlungen dauerten an. "Mit Rücksicht auf das laufende Ermittlungsverfahren können derzeit keine weiteren Erklärungen abgegeben werden."

Der Landkreis hatte Ende Oktober engmaschigere Kontrollen angekündigt. Auch ein Betriebsverbot werde geprüft. Das Videomaterial und die inzwischen abgestellten Mängel bei der Affenhaltung stellten juristisch keinen hinreichenden Grund für die Schließung des Labors dar, teilte ein Kreissprecher Mitte November mit. An zwei Demonstrationen von Tierschützern in Hamburg nahmen insgesamt mehr als 20 000 Menschen teil.

"Bei der aktuellen Untersuchung kooperieren wir vollumfänglich mit den Behörden", hatte die Firma nach den Vorwürfen mitgeteilt. Man führe Auftragsstudien bei der Arzneimittelzulassung durch. Unlängst hatte das Labor Affen wegbringen lassen. Nach Angaben des Landkreises wurden sie zurück an den Lieferanten gegeben.

In Medien war berichtet worden, dass das Labor Ende Februar 2020 schließen wird. "Es gibt Hinweise, als Landkreis können wir das aber nicht mit Sicherheit bestätigen", hatte ein Kreissprecher dazu gesagt. Der NDR hatte zuvor von einem Schreiben berichtet, in dem das Unternehmen als Schließungstermin den 29. Februar 2020 nennt. Die Firma LPT hat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bislang nicht auf Bitten um eine Stellungnahme reagiert.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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