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Anwaltschaft ficht Freispruch in Klostermord-Prozess an

Verden (Aller)  

Anwaltschaft ficht Freispruch in Klostermord-Prozess an

28.11.2019, 15:56 Uhr | dpa

Der Verdener Prozess wegen des Sexualmords an einer Studentin im Wald beim Kloster Loccum 2015 geht möglicherweise in eine dritte Runde. Nach dem Freispruch für den Angeklagten hat die Staatsanwaltschaft Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt. Staatsanwältin Annette Marquardt bestätigte am Donnerstag auf Anfrage einen Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". (Az.: 3 Ks 101/19)

Tatverdächtig ist ein mittlerweile 51 Jahre alter, mehrfach verurteilter gewalttätiger Sexualstraftäter. Er hatte am Tattag Freigang aus dem Maßregelvollzug in Bad Rehburg (Kreis Nienburg-Weser. In einem ersten Prozess hatte ihn das Landgericht Verden 2017 zu elfeinhalb Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Die Familie der getöteten 23-Jährigen forderte aber eine Verurteilung des Mordes. Sie war mit einer Revision vor dem BGH erfolgreich.

Deshalb wurde der Fall seit Juni von einer anderen Strafkammer neu verhandelt und endete am vergangenen Freitag mit einem Freispruch. Marquardt sagte, sie sei von der Schuld des angeklagten Deutschen überzeugt und habe auf lebenslang wegen Mordes plädiert.

Das Gericht hatte indes Zweifel an der Täterschaft. Es maß einer DNA-Spur am Tatort weniger Bedeutung zu als im ersten Urteil. Es erklärte auch die Aussagen von Zeugen für glaubhaft, die die junge Frau am Tattag in Begleitung eines unbekannten jüngeren Mannes gesehen haben wollten. Trotz des Freispruchs blieb der Angeklagte hinter Gittern, weil gegen ihn in einem anderen Fall Sicherungsverwahrung verhängt worden war.

Die Staatsanwaltschaft warte derzeit auf die schriftliche Begründung des Urteils, sagte Marquardt. Dann beginne die Frist für ihre eigene Stellungnahme. Der Instanzenweg über den BGH bis zu einer möglichen Neuverhandlung sei lang und ungewiss. Es sei äußerst selten, dass ein Fall dreimal verhandelt werde, sagte sie. "Ich habe das noch nie erlebt."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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