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Nebenklageanwalt im Leonie-Prozess: Stiefvater "überführt"

Torgelow  

Nebenklageanwalt im Leonie-Prozess: Stiefvater "überführt"

29.11.2019, 02:52 Uhr | dpa

Nebenklageanwalt im Leonie-Prozess: Stiefvater "überführt". Angeklagter im Mordprozess um Leonie mit Verteidigern

Der angeklagte Stiefvater mit seinen Verteidigern im Landgericht Neubrandenburg. Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Anwalt der Nebenklage hält den angeklagten Stiefvater im Mordprozess um den Tod der sechsjährigen Leonie für "überführt". Der 28-Jährige habe sich immer Partnerinnen gesucht, die er "dominieren kann", sagte Anwalt Falk-Ingo Flöter am Rande des Prozesses in Neubrandenburg. So habe der Angeklagte zwei vorherige Freundinnen und auch Leonies Mutter geschlagen, wie der bisherige Prozessverlauf belege.

Das Landgericht Neubrandenburg hatte den Prozess mit der neuerlichen Befragung der 25-jährigen Mutter Leonies fortgesetzt. Zum Schutz der Frau wurde das Verfahren am Freitag unter Ausschluss des Stiefvaters und der Öffentlichkeit geführt. Nach der dreistündigen Verhandlung gab es keine Information zur Befragung. Flöter vertritt den leiblichen Vater Leonies, der von der Mutter getrennt lebt.

Ein Gerichtssprecher erklärte, dass mit weiteren Verzögerungen zu rechnen sei. Es könne sein, dass die Mutter noch mehrfach befragt werde. Bisher sollte ihre die Vernehmung am 4. Dezember enden. Am 9. Dezember wollte sich der Angeklagte erstmals äußern.

Leonie war am 12. Januar tot in der elterlichen Wohnung in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) gefunden worden. Dem Stiefvater wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Er soll das Mädchen mehrfach so misshandelt haben, dass es schwere Verletzungen erlitt und starb. Der Mann schweigt bisher vor Gericht, hatte bei der Polizei aber einen Treppensturz des Mädchens als Grund für die Verletzungen angegeben. Das bezweifeln Ermittler aber.

Richter Jochen Unterlöhner verlas am Freitag ein Fasergutachten, wonach Fasern einer Treppenmatte am Rückenteil einer Jacke von Leonie gefunden worden sind. Unklar blieb, ob das daraufhin weist, dass das Mädchen wie vom Stiefvater behauptet eine Treppe hinuntergestürzt sein könnte. Laut Anklage soll der Stiefvater verhindert haben, dass die Mutter Rettungskräfte holt. Dann habe er absichtlich erst viel später selbst Retter alarmiert, um vorherige Misshandlungen zu verdecken.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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