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Arbeitslosigkeits-Rückgang: Behinderte profitieren weniger

Halle (Saale)  

Arbeitslosigkeits-Rückgang: Behinderte profitieren weniger

03.12.2019, 11:52 Uhr | dpa

Vom Aufwind am Arbeitsmarkt haben Schwerbehinderte zuletzt weit weniger profitiert als andere Thüringer. Während die Arbeitslosigkeit in den vergangenen zehn Jahren um 56 Prozent sank, verringerte sich die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten nur um 31 Prozent, wie die Landesarbeitsagentur am Dienstag in Halle mitteilte. Und obwohl sie im Schnitt besser qualifiziert seien, dauere es in der Regel zwei Monate länger, bis Schwerbehinderte aus der Arbeitslosigkeit heraus einen neuen Job haben, hieß es. Am Dienstag war Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung.

Bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen liegt Thüringen mit einer Quote von 4,4 Prozent etwas unter dem Bundesschnitt. "Das alles zeigt mir, dass wir im Werben für schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nachlassen dürfen", erklärte der Chef der Thüringer Arbeitsagenturen, Kay Senius. "Denn diese Personengruppe ist noch immer mit Berührungsängsten und Vorurteilen beschwert, ihre Beschäftigung ist eine Frage der Haltung." Demnach zahlt mehr als die Hälfte der Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten lieber eine Ausgleichsabgabe als Schwerbehinderte einzustellen. Eine solche Abgabe müssen Firmen zahlen, die nicht mindestens 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen.

Angesichts dieser Zahlen forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund schärfere Sanktionen für Unternehmen. "Die Ausgleichsabgabe muss deutlich erhöht werden", erklärte der Vorsitzende des Bezirks Hessen-Thüringen, Michael Rudolph. "Die Arbeitgeber sollten erkennen, welch enormes Beschäftigungspotenzial bei Menschen mit Behinderungen liegt, insbesondere angesichts eines steigenden Bedarfs an Fachkräften." Liege die Quote unter 2 Prozent, so müssten pro fehlendem Arbeitsplatz künftig 750 statt 320 Euro fällig werden, so die Forderung.

Laut Senius nutzen Unternehmen zu wenig entsprechende Fördermöglichkeiten. Dabei verwies er auf Beratungsangebote der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Die Förderung von behinderten Menschen werde auch im kommenden Jahr eine der wichtigsten Aufgaben der Arbeitsagenturen sein, sagte er.

Nach Wirtschaftszweigen betrachtet arbeiten Schwerbehinderte am häufigsten in der öffentlichen Verwaltung (gut 27 Prozent). Knapp jeder Vierte war im Verarbeitenden Gewerbe angestellt, fast jeder Fünfte im Gesundheits- und Sozialwesen. Gut die Hälfte der Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung war laut Arbeitsagentur mehr als 55 Jahre alt. Senius verwies auf den demografischen Wandel und ein insgesamt steigendes Durchschnittsalter der Erwerbstätigen in Thüringen: "Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Behinderungen aufgrund von Krankheiten und Unfällen."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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