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Listerien: Was ist los in der Fleischverarbeitung?

Essen (Oldenburg)  

Listerien: Was ist los in der Fleischverarbeitung?

15.12.2019, 09:22 Uhr | dpa

Listerien: Was ist los in der Fleischverarbeitung?. Fleischproduktion

Halbe Schweine hängen in einem Schlachthof an Haken. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv (Quelle: dpa)

Nach der Sicherstellung von Geschäftsunterlagen und internen E-Mails der Feinkostfirma Fleisch-Krone im Oldenburger Münsterland wertet die Polizei in Cloppenburg die Dokumente aus. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sei mit Ergebnissen zu rechnen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Gegen das Unternehmen hatte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Inverkehrbringens nicht sicherer Lebensmittel eingeleitet. Es hatte unter dem Druck der Behörden wegen Hinweisen auf Listerien Fertigfrikadellen zurückgerufen.

Seit Bekanntwerden des Listerien-Skandals der hessischen Firma Wilke im Oktober sind auch einige Fleischwarenhersteller aus Niedersachsen mit Produktrückrufen an die Öffentlichkeit gegangen, unter anderem wegen Listerien. So gravierend wie bei Wilke, wo auch der Verdacht im Raum steht, dass die Listerien-Belastung zu Todesfällen geführt haben könnte, sind aber keine der Fälle in Niedersachsen.

- FLEISCH-KRONE: Das Unternehmen mit Sitz in Essen (Kreis Cloppenburg) ruft wegen des Verdachts auf Listerien Anfang November Fertigfrikadellen zurück. Später wird bekannt, dass es zu diesem Rückruf nur aufgrund des Drucks der Überwachungsbehörden kam. In der Betriebsstätte in Goldenstedt (Kreis Vechta) ruht der Betrieb nach wie vor. Am Unternehmenssitz in Essen wurde die Produktion vorläufig geschlossen. Wegen deutlicher Verbesserungen bei Hygiene und Sauberkeit wird die Produktion Ende November aber wieder freigegeben.

- FLEISCHEREI LAY: Die Naturschlachterei Lay aus Moormerland (Landkreis Leer) zieht Mitte November vorsorglich alle ihre Produkte wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Listerien zurück.

- FLEISCHEREI ECKHOFF: Wenige Tage später ruft die ebenfalls in Moormeerland beheimatete Fleischerei D. Eckhoff mehrere Produkte wegen einer möglichen Gesundheitsgefahr durch Listerien zurück. Betroffen sind unter anderem Mettwurst, Sülze, Mett, Schinkenwürfel oder Aufschnitt. Beide Betriebe aus Moormerland haben inzwischen ihre Produktion wieder aufgenommen.

- BLEY FLEISCH- UND WURSTWAREN: Gleich zwei Mal innerhalb weniger Wochen muss die Fleischfirma Bley aus Edewecht (Landkreis Ammerland) mit Warnungen an die Öffentlichkeit. Im Oktober ruft das Unternehmen wegen einer möglichen Verunreinigung mit Metallteilen eine Charge von Zehner-Packungen mit Kochmettwürstchen zurück. Anfang Dezember stoppt die Firma die Produktion wegen Schabenbefall und ruft alle seit Mitte November produzierten Waren zurück. Die Schaben wurden in einer gebraucht gekauften Maschine gefunden. Der Schaden geht nach Unternehmensangaben in die Millionenhöhe.

- WAS SIND LISTERIEN? Listerien sind Bakterien, die überall in der Umwelt vorkommen. Aus Sicht des Landwirtschaftsministeriums ist daher der Nachweis von Listerien in Betrieben, die Lebensmittel verarbeiten, grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Allerdings können sie beim Verzehr bei Menschen eine Listeriose auslösen. Bei gesunden Menschen verläuft sie meist harmlos, kann aber schwere Auswirkungen bei Immungeschwächten, älteren oder vorerkrankten Menschen haben. In diesem Jahr sind in Niedersachsen laut Landesgesundheitsamt bislang 67 Menschen an Listeriose erkrankt. 15 Menschen davon sind gestorben, allerdings nicht notwendigerweise an einer Listeriose.

- WAS SAGT DAS MINISTERIUM? "Entscheidend ist, dass das hergestellte Lebensmittel sicher ist und über die gesamte Haltbarkeitsdauer des Produkts von dem Lebensmittel keine Gefahr einer Infektion ausgehen darf", teilte eine Sprecherin mit. Ein Grund der Häufung der Listerien-Fälle in jüngster Zeit könnte daher auch darin liegen, dass die Unternehmen wegen der Berichte über mögliche Todesfälle sensibilisiert sind und ihre Eigenkontrolluntersuchungen auf Listerien verstärkt haben. Nicht jeder Befund sei gesundheitsgefährdend. Aber im Zweifel werde die Ware zurückgerufen oder eine öffentliche Warnung herausgegeben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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