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Polizeigewerkschaft: "Taser unersetzliche Einsatzmittel"

Neunkirchen  

Polizeigewerkschaft: "Taser unersetzliche Einsatzmittel"

29.12.2019, 14:12 Uhr | dpa

Polizeigewerkschaft: "Taser unersetzliche Einsatzmittel". Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Im Saarland sind innerhalb von weniger als 24 Stunden zwei Menschen von der Polizei mithilfe eines sogenannten Tasers gestoppt worden. In beiden Fällen griffen die Beamten nach eigenen Angaben zu dem Distanzelektroimpulsgerät - so die offizielle Bezeichnung von Tasern -, um sich zu schützen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland bezeichnete am Montag die Geräte als "unersetzliches Führungs- und Einsatzmittel der Polizei". Die von Innenminister Klaus Bouillon (CDU) angekündigte landesweite Einführung der Geräte Anfang 2020 müsse daher auch tatsächlich verwirklicht werden.

Mit einem Taser wird ein Täter mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht. Zwei mit Drähten verbundene Pfeile werden in den Brustbereich gezielt - über die Drähte werden elektrische Impulse auf den Körper übertragen.

Die Technik nutzen Polizisten in der Nacht auf Samstag nach eigenen Angaben, um einen 56-Jährigen in Schmelz bei Saarlouis zu stoppen. Der Mann sei zuvor mit einer Eisenstange auf die Beamten zugelaufen und habe bereits zum Schlag ausgeholt. Nach dem Treffer mit dem Taser sei der Mann zu Boden gegangen. Der 56-Jährige wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt, er verzichtete laut Polizei eine medizinische Behandlung wegen des Taser-Einsatzes.

Der zweite Fall ereignete sich in Neunkirchen-Wellesweiler. Dort kam am Samstagabend ein 42-jähriger Mann der Polizei zufolge mit einer Machete in der erhobenen Hand auf eine Streife zu. Demnach zog einer der Beamten zunächst seine Pistole und forderte sein Gegenüber auf, die Machete fallen zu lassen. Als der 42-Jährige kurz inne gehalten habe, habe der Polizist seine Waffe gewechselt und zum Taser gegriffen.

Der Angreifer kam den Angaben zufolge erst weiter auf den Polizisten zu, ließ dann die etwa 60 Zentimeter lange Klinge fallen. Anschließend habe er zu seiner Hosentasche gegriffen, in der erkennbar eine Pistole gesteckt habe. Daraufhin soll der Polizist den Taser ausgelöst haben.

Distanzelektroimpulsgeräte sind umstritten. Die Hilfsorganisation Amnesty International beispielsweise kritisiert die Geräte seit Jahren. In einer früheren Stellungnahme erklärte die Organisation, Taser könnten schwerwiegende gesundheitliche Schäden bis hin zum Tod verursachen. Außerdem sei die Hemmschwelle für den Einsatz niedriger als bei Schusswaffen. Das bedeute ein Missbrauchsrisiko.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der DPolG Saarland, Markus Sehn, hingegen sagte: "Der Taser stellt eine Gefahr dar, aber eine bedeutend geringere Gefahr als zum Beispiel der Schlagstock oder das Pfefferspray." Insbesondere in dem Fall in Wellesweiler sei auch der Einsatz einer Schusswaffe zu rechtfertigen gewesen. Ein solcher ende aber oftmals tödlich. Im Falle eines Tasers bestehe nur dann eine Gefahr für den Getroffenen, "wenn eine Vorerkrankung besteht oder die Person unglücklich fällt".

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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