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Tierischer Zählappell: Zoos machen Inventur

Worms  

Tierischer Zählappell: Zoos machen Inventur

08.01.2020, 07:30 Uhr | dpa

Tierischer Zählappell: Zoos machen Inventur. Pinguine im Zoo

Königs- und Eselspinguine spazieren durch die Aussenanlage eines Zoos. Foto: Georgios Kefalas/KEYSTONE/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In zahlreichen Tierparks in Rheinland-Pfalz läuft die alljährliche Sichtung des Bestands. "Die Zählaktion stellt durchaus eine Geduldsprobe dar. Nicht jeder Tierparkbewohner kooperiert so einfach - auch nicht bei vertrauten Pflegern", sagte Nina Hochstrasser vom Tiergarten Worms. Einmal habe bei der Zählung eine Thüringer Waldziege gefehlt, berichtete sie augenzwinkernd. Das Tier ward aber bald gefunden: "Der Ziegenbock hatte sich in der Nacht Zugang zu den benachbarten Zwergziegen verschafft - und dort noch einmal für Nachwuchs gesorgt."

Auch im Zoo Neuwied wird in diesen Tagen gezählt. "Wir sind gerade mittendrin", sagte ein Sprecher. Bei größeren Vierbeinern wie Löwen und Rindern falle die Inventur natürlich leichter als bei Gruppentieren wie dem Pinguin. "Richtig lustig - in Anführungszeichen - ist es auf der großen Anlage bei den Kängurus. Da zählen mehrere Leute mehrfach." Dass ein Tier einfach so wegkomme, sei praktisch unmöglich. "Die jeweiligen Revierpfleger zählen täglich. Da fehlt keins. Aber klar - auch in Neuwied wird jeden Tag geboren und gestorben." Der Zoo beherbergt rund 1800 Tiere aus 200 Arten.

Im Zoo Landau werden die Tierbestandslisten mit allen Zu- und Abgängen sowie Geburten und Todesfällen und Kennzeichnungen tagesaktuell gehalten. "Wir zählen zum Ende des Jahres vor allem unseren Bestand an Wirbellosen - Käfer, Schnecken - und Fischen, da es dort nicht möglich ist, jeden Todesfall und Schlupf zu dokumentieren", sagte Diplombiologin Christina Schubert. Bei den allermeisten Arten sei aber keine Inventur nötig. Am 31. Dezember 2018 lebten im Zoo Landau 1033 Individuen aus 117 Arten.

In Worms sind es mehr als 600 Tiere aus mehr als 80 Arten. Da falle das Zählen schon mal schwer, sagte Nina Hochstrasser vom Tierpark. "Die Sittiche fliegen lieber im Schwarm durch die Voliere, und die Waschbären kuscheln sich oben in den Bäumen zusammen, so dass knifflig zu erkennen ist, ob es zwei oder drei sind." Da lobe sie die "sehr gleichmütige und äußerst geduldige" Spornschildkröte "Life". "Sie ist zwar schon 60 Jahre alt - aber bei weitem noch nicht ausgewachsen", meinte Revierleiterin Carina Decker. Grundsätzlich habe jeder Tierpfleger seine Schützlinge täglich im Blick.

Auch in der bunten Unterwasserwelt in Speyer werden die Tiere gezählt. "Das ist gar nicht so leicht, denn keiner der Fische hält dafür still", teilte das Sea Life Aquarium mit. Deshalb lädt das Unternehmen alljährlich Besucher zum Mitzählen ein. "Ob nach Schwimmrichtung zählen, mit Fotobeweis, mehrere Biologen zeitgleich vor den großen Aquarienscheiben - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt." Insgesamt sind es wohl etwa 3000 Tiere.

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