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Prozess um ertrunkene Kinder: Bürgermeister weist Vorwurf ab

Neukirchen  

Prozess um ertrunkene Kinder: Bürgermeister weist Vorwurf ab

09.01.2020, 03:21 Uhr | dpa

Prozess um ertrunkene Kinder: Bürgermeister weist Vorwurf ab. Unglücksort in Neukirchen-Seigertshausen

Unglücksort in Neukirchen-Seigertshausen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In dem Prozess um den Tod von drei in einem nordhessischen Dorfteich ertrunkenen Kindern hat der angeklagte Bürgermeister die Verantwortung von sich gewiesen. "Die Nutzung dieses Teiches obliegt dem allgemeinen Lebensrisiko", sagte Klemens Olbrich (CDU) am Donnerstag vor dem Amtsgericht Schwalmstadt. Der Rathauschef der Gemeinde Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Die drei Geschwister einer in der Gemeinde lebenden Familie waren 2016 tot in dem Teich entdeckt worden.

Zum Prozessauftakt ging es vor allem um die Frage, um welche Art von Teich es sich handelt. Ein Löschwasser hätte laut Gesetz mit einem Zaun abgesichert werden müssen. Olbrich gab zwar an, dass das Wasser auch zum Löschen genutzt werden könne. Es handele sich aber nicht um ein extra dafür angelegtes Becken: "Den Teich gibt es schon seit 200 Jahren."

Bei dem Unglück waren zwei Jungen (5 und 9) und ein Mädchen (8) ertrunken. Die Eltern treten als Nebenkläger in dem Prozess auf. Sie waren beim Prozessauftakt nur kurz zugegen: Der Prozess sei sehr belastend für sie, sagte der Rechtsanwalt der Mutter. Die Familie verlor damals drei ihrer seinerzeit sechs Kinder. Ein Urteil wird am Donnerstag nicht erwartet. Es sind bisher vier Fortsetzungstermine vorgesehen.

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