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Kirchenleitung bestimmt Kandidaten für Landesbischofswahl

Auerbach/Vogtland  

Kirchenleitung bestimmt Kandidaten für Landesbischofswahl

10.01.2020, 19:23 Uhr | dpa

Kirchenleitung bestimmt Kandidaten für Landesbischofswahl. Ulrike Weyer

Landesbischofswahl-Kandidatin Ulrike Weyer. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach den erbitterten Querelen um den ehemaligen Landesbischof Carsten Rentzing hat die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen zwei Kandidaten für die Wahl seines Nachfolgers bestimmt. Die Leitung stellte Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz (55) und Superintendentin Ulrike Weyer (46) zur Wahl, wie die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen am Freitag mitteilte. Wer das Amt letztlich übernehmen wird, darüber soll bei einer Sondersitzung der Landessynode vom 28. Februar bis zum 1. März 2020 abgestimmt werden.

Tobias Bilz ist den Angaben zufolge seit Anfang 2019 als Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt tätig. Geboren wurde er in Donreichenbach bei Wurzen (Landkreis Leipzig). Ulrike Weyer ist seit Anfang 2015 Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen und seit Jahresanfang 2020 im vergrößerten Kirchenbezirk Vogtland die leitende Geistliche. Sie wurde 1973 in Dresden geboren.

Neben der Kirchenleitung hat jedes Mitglied des Kirchenparlaments die Möglichkeit, einen Kandidaten für das Amt vorzuschlagen. Für den Vorschlag wird jedoch die Unterstützung neun weiterer Mitglieder benötigt. Die Vorschläge können bis 20. Januar 2020 eingereicht werden.

Im November 2019 war Rentzing nach einer Debatte über seine Person auf eigenen Wunsch hin aus dem Amt verabschiedet worden. Der als erzkonservativ geltende Pfarrer war wegen der Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung in die Kritik geraten. Zudem wurden von ihm als Student zwischen 1989 und 1992 verfasste Texte in der rechten Zeitschrift "Fragmente" und eine Rede in der Bibliothek der Konservatismus bekannt.

In einer Online-Petition hatten Leipziger Christen von Rentzing eine Distanzierung "von den neuen Rechten" gefordert, die Initiatoren einer anonymen Pro-Rentzing-Petition hatten indes von einer "Schmutzkampagne" gegen den "letzten verbliebenen konservativen Bischof" in der EKD gesprochen.

Rentzing erklärte die Texte bei seiner Verabschiedung mit seinem historischen Umfeld. Sie seien "in nationalem Überschwang" aus Enttäuschung über die Ost-Politik der Bundesrepublik entstanden.

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