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Abgeordnete über Kampf gegen Klimawandel weitgehend einig

Saarbrücken  

Abgeordnete über Kampf gegen Klimawandel weitgehend einig

15.01.2020, 13:59 Uhr | dpa

Abgeordnete über Kampf gegen Klimawandel weitgehend einig. Landtag Saarland

Eine Außenansicht des Saarländischen Landtags. Foto: Oliver Dietze/dpa (Quelle: dpa)

Die Abgeordneten im saarländischen Landtag sind sich über die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen den Klimawandel zumindest weitgehend einig. Vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und häufigeren Unwettern oder Trockenzeiten im Land bekräftigten Abgeordnete von CDU, SPD und Linken am Mittwoch die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen. Sie lehnten im Parlament zugleich einen Antrag der AfD ab, die einen von Menschen gemachten Klimawandel bestritt und Vorsorgemaßnahmen gegen das ihrer Ansicht nach steigende Risiko von längerfristigen Stromausfällen verlangte.

"Die Politik muss von der Betroffenheit zum entschlossenen Handeln kommen", sagte Jochen Flackus (Linkspartei). "Und dann müssen wir auch Geld in die Hand nehmen, wenn wir wirklich Klimaschutz wollen." In einer umfangreichen Antwort auf Fragen der Linkspartei hatte die Regierung Zahlen und Fakten zum Klimawandel veröffentlicht. Demnach lag die mittlere jährliche Temperatur im Saarland in den drei Jahrzehnten bis 1980 bei 8,8 Grad. Danach waren es bis 2018 schon 9,9 Grad. Und falls die Entwicklung "weiter wie bisher" verlaufe, werde die mittlere Jahrestemperatur zwischen 2031 und 2080 bei 11,8 Grad und bis 2100 bei 14,1 Grad liegen.

"Die Verantwortung liegt bei Politik und Wirtschaft, am Ende aber bei den Bürgern", sagte der Abgeordnete Magnus Jung (SPD). "Alle sind aufgerufen, ihr Verhalten zu ändern." Günter Heinrich (CDU) verwies darauf, dass es beispielsweise im Artenbestand von Insekten durchaus auch positive Entwicklungen gebe. Die Landwirtschaft dürfe nicht als Feind des Klimaschutzes betrachtet werden. Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) betonte, die Landwirtschafts- und Forstpolitik lasse sich sehen: Mittlerweile würden 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Dafür sollten insgesamt rund 22 Millionen Euro ausgegeben werden

Als "Untergangsszenarien" und "Panikgeschichten" kritisierte Jost einen Antrag der AfD, der wegen der Gefahr landesweiter Stromausfälle Notbrunnen, Lebensmittelvorräte und Treibstofflager für Notaggregate in Krankenhäusern forderte. "Niemand wird bestreiten, dass sich die Temperatur erhöht hat", sagte der AfD-Abgeordnete Lutz Hecker. "Aber der Anstieg ist nicht ungewöhnlich. Es ist plausibel, dass es nach einer Eiszeit wärmer wird." Den Angaben der Regierung zufolge gab es in den 30 Jahren bis 2000 durchschnittlich knapp 6 heiße Tage mit mindestens 30 Grad pro Jahr, mittlerweile sind es 9,3 heiße Tage.

Künftig sei mit häufigerem Auftreten von Krankheiten zu rechnen, die über Tiere - wie beispielsweise die gefährliche Tigermücke - übertragen werden. Starkregen habe erhebliche Schäden verursacht. Trockenheit und das damit verbundene Vorrücken des Borkenkäfers hätten dem Wald schwer zugesetzt. Die energiebedingten CO2-Emissionen lagen wegen Kohlekraftwerken im Saarland mit 19,9 Tonnen pro Einwohner deutlich über dem Bundesdurchschnitt (9,2 Tonnen). Die größten Verursacher von Treibhausgasen im Saarland waren 2016 (aktuelle Zahlen lagen nicht vor) das verarbeitende Gewerbe und die Kraftwerke zur Stromerzeugung. Sie produzierten 39,1 beziehungsweise 35,6 Prozent der CO2-Emissionen. Vergleichsweise gering waren die Anteile der privaten Haushalte (9,8) und des gesamten Verkehrs (9,3 Prozent. Eine ökologische Umstellung der saarländischen Industrie werde "Milliardensummen verschlingen", hieß es.

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