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Auftakt in Untreueprozess: Verteidigung spricht von Intrige

Halle (Saale)  

Auftakt in Untreueprozess: Verteidigung spricht von Intrige

17.01.2020, 03:38 Uhr | dpa

Auftakt in Untreueprozess: Verteidigung spricht von Intrige. Landgericht Halle

Die Außenansicht des Landgerichts Halle. Foto: Peter Endig/zb/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Zum Prozessauftakt gegen den früheren Geschäftsführer und den einstigen Aufsichtsratschef der Stadtwerke Zeitz haben die Angeklagten sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Ihnen wird etwa zur Last gelegt, private Reisen in die USA und nach Japan, Fußballspiele und Gastronomierechnungen mit Firmengeldern bezahlt zu haben. Während der gut 20-minütigen Verlesung der Anklage wurden detailliert einzelne Fälle aufgelistet.

Laut Staatsanwaltschaft stehe eine Summe von rund 300 000 Euro im Raum. In einer von der Verteidigung vorgetragenen Erklärung war unter anderem von einer "existenzvernichtenden Intrige" die Rede. Die Ehe von einem der Angeklagten sei deswegen in die Brüche gegangen.

Konkret geht es um mehr als 100 Fälle zwischen 2012 und 2016. Der ehemalige Aufsichtsratschef war bis April 2016 zudem Oberbürgermeister der Stadt Zeitz. In elf Fällen soll die Untreue gemeinschaftlich begangen worden sein.

Zudem soll der ehemalige Geschäftsführer der Stadtwerke etwa eine Kamera mit Zubehör im Wert von mehr als 13 500 Euro bekommen haben, die nie für dienstliche Zwecke genutzt worden sein soll. Der Angeklagte bestreitet dies. Auch der Kauf eines Notebooks im Wert von rund 3000 Euro steht zur Debatte.

Darüber hinaus sei ein Dienstwagen für mehr als 75 000 Euro angeschafft und später unter Wert weiterverkauft worden, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Lenzer. Ferner habe der Ex-Stadtwerke-Chef seine Tochter als Übersetzerin engagiert, obwohl sie nicht die entsprechenden Qualifikationen gehabt habe.

Nach Angaben der Verteidigung diene die Auflistung dieser "Neidobjekte" dazu, in der Öffentlichkeit das Bild eines korrupten Geschäftsmannes zu erzeugen.

Der Verteidiger des Ex-Geschäftsführers vertrat die Ansicht, dass "Wessis" in diesem Fall einen "Ossi" durchs Dorf treiben wollten. Von Seiten der Rechtsanwälte des ehemaligen Oberbürgermeisters hieß es: "Wir gehen davon aus, dass die Vorwürfe haltlos sind." Der Prozess soll am 30. Januar fortgesetzt werden.

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