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Bürgermeister sieht Konflikt um Kohlekraftwerk gelassen

Datteln  

Bürgermeister sieht Konflikt um Kohlekraftwerk gelassen

18.01.2020, 10:02 Uhr | dpa

Bürgermeister sieht Konflikt um Kohlekraftwerk gelassen. André Dora steht vor einem Gebäude

André Dora (SPD), Bürgermeister in Datteln, steht vor einem Gebäude. Foto: Stadt Datteln /dpa (Quelle: dpa)

Dattelns Bürgermeister André Dora (SPD) macht sich trotz der Drohung von Umweltaktivisten mit Großaktionen gegen das Kohlekraftwerk Datteln 4 keine Sorgen um den Frieden in seiner Stadt. "Ich erwarte keine harten Konflikte wie am Hambacher Forst oder gar eine Spaltung der Stadt", sagte Dora der Deutschen Presse-Agentur. Datteln sei seit Mitte der 1960er-Jahre Kraftwerksstandort. Natürlich gebe es jahrelange Gegner des Kraftwerks, doch auch mit denen sei er im offenen Gespräch.

Im Dattelner Stadtrat gebe es eine klare Mehrheit für das Kraftwerk; nur Grüne und Linke seien dagegen, sagte der Bürgermeister. Wenn das Kraftwerk ans Netz gehe, seien 100 Jobs in der Anlage dauerhaft gesichert. Für Revisionen und Bauarbeiten greife der Betreiber Uniper auf regionale Betriebe zurück. Das sichere zeitweise mehrere Hundert weitere Jobs. Hinzu kämen die zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen, die der Stadt im strukturell nicht gerade begünstigten nördlichen Ruhrgebiet gut täten.

Angesichts der Ankündigungen führe die Stadt dennoch vorbeugend Gespräche mit der Polizei und den Rettungsdiensten und spiele Szenarien durch. Ein kritischer Punkt sei die Kinderklinik in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks, die über einen Hubschrauberlandeplatz auf dem Kraftwerksgelände mitversorgt wird. "Das Kraftwerk hat Vor- und Nachteile. Aber für mich überwiegen klar die Vorteile", sagte der Bürgermeister.

Das gelte ausdrücklich auch klimapolitisch, weil für die moderne Anlage andere alte Kraftwerke abgeschaltet werden könnten, die wesentlich mehr Schadstoffe ausstießen. Datteln 4 ist das letzte große Neubau-Kohlekraftwerk in Deutschland.

Aktivisten hatten mit Blick auf Datteln vor einem "zweiten Hambi" gewarnt. Niemand solle versuchen, das neue Kohlekraftwerk ans Netz zu bringen, hatte die Sprecherin des Aktionsbündnisses "Ende Gelände", Kathrin Henneberger, gesagt. "Wir werden so stark gegen Datteln 4 streiten, wie wir für den Erhalt des Hambis streiten."

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