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Das Land als Erbe: Zahl der Fiskalerbschaften nimmt zu

Koblenz  

Das Land als Erbe: Zahl der Fiskalerbschaften nimmt zu

19.01.2020, 09:47 Uhr | dpa

Das Land als Erbe: Zahl der Fiskalerbschaften nimmt zu. Verfallende Grabkapelle

Eine im Grundbuch als "herrenlos" eingetragene Grabkapelle. Foto: Thomas Frey/dpa/ (Quelle: dpa)

Das Land Rheinland-Pfalz erbt immer mehr sanierungsbedürftige Gebäude. Immobilien und Gegenstände, die als Nachlass von Erben ausgeschlagen werden oder bei denen sich bei einem Todesfall keine Angehörigen ermitteln lassen, fallen ihm als sogenannte Fiskalerbschaft zu. Wie das Finanzministerium in Mainz der Deutschen Presse-Agentur mitteilt, besitzt das Land 1873 Grundstücke als Fiskalerbschaft. 273 davon sind bebaut. Neben Wohnhäusern gehören hierzu auch zum Beispiel ehemalige Hotels und Industriebetriebe.

Zu Fiskalerbschaften zählen nicht nur Immobilien. Auch ein schrottreifes Boot und zahlreiche Autos "meist ohne Wert" hat das Land schon geerbt, wie das Finanzministerium weiter mitteilt. Ebenso Waldgrundstücke, die aber oft an benachbarte Waldeigentümer verkauft werden könnten.

"Es ist zu beobachten, dass die Staatserbschaften in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen haben", erklärt Ministeriumssprecherin Annika Herbel. 2015 hat es 388 Neuzugänge gegeben, 2019 schon 451. Bundesweit schlagen immer mehr Erben ihr Erbe aus, um nicht die Schulden von Verstorbenen berappen zu müssen. Die Gesellschaft altert. Herbel erläutert mit Blick auf Senioren: "Nach mehrjähriger Unterbringung im Wohn- oder Pflegeheim wegen angefallener Pflegekosten sind sie häufig als überschuldet einzustufen."

Zudem gebe es landesweit 1200 "herrenlose" Grundstücke, davon 52 mit Gebäuden (Stand 7. Januar 2020). Diese sind laut dem Landesamt für Steuern oft "stark sanierungsbedürftig und häufig auch überschuldet". Eigentümer können beim Grundbuchamt auf Grundstücke offiziell verzichten. Ein Beispiel dafür ist eine "herrenlose", einst prächtige Grabkapelle auf einem evangelischen Friedhof in Traben-Trarbach an der Mosel: Sie steht unter Denkmalschutz, verfällt aber zunehmend.

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