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Landfrauen: Politik statt sanfte Küchenplaudereien

Teltow  

Landfrauen: Politik statt sanfte Küchenplaudereien

19.01.2020, 10:37 Uhr | dpa

Landfrauen: Politik statt sanfte Küchenplaudereien. Landfrauen in Brandenburg

Ein Detail der Erntekrone der Ortsgruppe Falkenberg des Landfrauenvereins Oder Spree. Foto: Bernd Settnik/zb/dpa (Quelle: dpa)

Brandenburger Landfrauen fühlen sich von der Politik nicht immer ausreichend mit ihren Problemen wahrgenommen. "Auf dem Lande fehlende Ärzte, nicht ausreichende Gesundheitsversorgung, aber auch schlechte Breitbandversorgung oder geschlossene Verkaufsstellen sind Themen, die uns beschäftigen", sagte Jutta Quoos, Vorsitzende des Landfrauenverbandes. Diese Themen werden immer an die Politik herangetragen. "Gleichwertige Lebensverhältnisse muss es sowohl in der Stadt als auch auf dem Lande geben", sagte sie.

Für Verbraucher sei der Landfrauenverband nach wie vor auf der Grünen Woche in jedem Jahr eine gute Anlaufstelle. "Wir informieren aus erster Hand, wie Nahrungsmittel hergestellt werden", sagte sie. Neben einem Quiz gebe es dann auch das eine oder andere Back- oder Kochrezept.

Unsere Frauen stehen mitten im Leben, haben eine Meinung, die sie vertreten", sagte Quoos. Sie ließen sich auch nicht auf vermeintlich klassische Frauenthemen wie Kochen, Backen, Kindererziehung, Handarbeiten oder Gartengestaltung reduzieren. Landfrauen von heute arbeiteten heute zwar nicht unbedingt in der Landwirtschaft, lebten aber im ländlichen Raum. Dort haben sie möglicherweise ihren Job.

"Auf Bundesebene vertreten wir im politischen Berlin die Landfrauen", sagte Clara Billen, Pressesprecherin des Deutschen Landfrauenbundes. Die Außendarstellung sei immer noch schwierig. Das Zusammenkommen der Frauen und ihre Gemeinschaft sei wichtig, dann kämen die Themen auf den Tisch wie Frauenpolitik, gleichwertige Lebensbedingungen im ländlichen Raum, Verbraucherpolitik und Ehrenamt.

"Wir müssen uns dann zu Wort melden, wenn es scheint, dass der ländliche Raum von der Politik vergessen wird", betonte Quoos. "Die neue Brandenburger Koalitionsregierung hat unsere Forderungen auf dem Tisch liegen". Gleichstellung sei ein wichtiges Thema.

Bei aller vermeintlichen Idylle des Landlebens gebe es zunehmend Probleme, die noch nicht so breit in der Öffentlichkeit wahrgenommen würden. "Derzeit wird ein "Armutslesebuch" erarbeitet", sagte Quoos. Frauen aus Brandenburg berichten über ihre schwierige Situation, finanziell über die Runden zu kommen. Oft werden im ländlichen Raum nur Mindestlöhne gezahlt. "Frauen, die immer gearbeitet haben, rutschen am Ende eines Arbeitslebens in die Altersarmut", sagte sie. "Das ist bitter." Die besondere Arbeitssituation dieser Frauen müsse bei der Rentenpolitik berücksichtig werden.

Mittlerweile gebe es auch eine leichte Durchmischung in den Regionen durch den Zuzug junger Familien aus den Städten. "Die Frauen wollen wir einbeziehen", sagte Quoos.

"Der ländliche Raum ist im Wandel", sagte auch Billen. "Junge Frauen kommen mit neuen Ideen." Es gründeten sich Initiativen für junge Landfrauen.

Rund 1100 Frauen sind nach den Angaben Mitglied in dem 1992 gegründeten Brandenburger Verband. Bundesweit sind es etwa 500 000 - eine seit Jahren stabile Zahl. Die Frauen arbeiten laut Verband alle ehrenamtlich. Quoos, die seit 1992 dem Brandenburger Landfrauenbund vorsteht, will das Amt in diesem Jahr in jüngere Hände geben.

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