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Merck-Chef fordert Umdenken beim Klimaschutz

Darmstadt  

Merck-Chef fordert Umdenken beim Klimaschutz

19.01.2020, 11:47 Uhr | dpa

Merck-Chef fordert Umdenken beim Klimaschutz. Merck-Chef Stefan Oschmann

Stefan Oschmann, Vorstandschef von Deutschlands ältestem Pharma- und Chemieunternehmen. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Merck-Chef Stefan Oschmann hat ein Umdenken in der Debatte um Klimaschutz gefordert. "Wir reden zu viel darüber, was wir künftig nicht mehr tun dürfen", sagte der Manager dem "Handelsblatt" (Montag). "Viel wichtiger wäre es, neue Technologien zu entwickeln, um das Klima zu schützen. Nicht nur mit Blick auf die Mobilität, sondern auch in Bereichen wie IT, Landwirtschaft oder im Bausektor."

Viele Diskussionen gingen am Thema vorbei, sagte der Chef des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns. "Ich finde es überraschend, dass wir uns so wenig Gedanken machen über Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit. Man hat gelegentlich den Eindruck, es wird mehr über die Frage geschrieben, ob Greta Thunberg im Zug auf dem Boden saß oder in der ersten Klasse als über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europas."

Um neue Technologien voranzubringen, seien eine klare Innovationspolitik und eine enge Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Industrie und staatlichen Akteuren nötig, sagte Oschmann. "Es geht in erster Linie darum, das technologische Potenzial Deutschlands und Europas besser zu nutzen. Europa hat so viele Stärken, hervorragende Universitäten, Forscher, so viele Leute mit einer Start-up-Idee, die dann aber häufig in die USA gehen." Die Bedingungen für die private Finanzierung neuer Technologien seien hierzulande aber ungünstig.

Bei Merck selbst will Oschmann nach den jüngsten Übernahmen zunächst auf große Zukäufe verzichten. Der Dax-Konzern werde "in den kommenden zwei Jahren nichts Großes kaufen", sagte Oschmann, nachdem Merck zuletzt den US-Halbleiterzulieferers Versum für 5,8 Milliarden Euro übernommen hatte. Man werde nun den Schuldenabbau vorantreiben. "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir zwei Jahre brauchen werden, bis wir wieder größere finanzielle Flexibilität haben."

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