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Emotionaler Auftakt beim Max Ophüls Preis

Saarbrücken  

Emotionaler Auftakt beim Max Ophüls Preis

20.01.2020, 01:09 Uhr | dpa

Emotionaler Auftakt beim Max Ophüls Preis. Rosa von Praunheim (l) und Svenja Böttger

Ehrenpreisträger Rosa von Praunheim und Festivalleiterin Svenja Böttger. Foto: Oliver Dietze/dpa (Quelle: dpa)

Mit sehr persönlichen und berührenden Worten hat die Regisseurin Julia von Heinz ("Ich bin dann mal weg", "Katharina Luther") ihren Mentor Rosa von Praunheim gewürdigt. Dem 77-jährigen Autor und Filmemacher wurde zum Auftakt des Filmfestivals Max Ophüls Preis (MOP) am Montagabend in Saarbrücken der Ehrenpreis für seine Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film verliehen.

"Deine Verdienste als Künstler, Aktivist, Ikone der Schwulenbewegung, Provokateur, Professor und Held des Independent-Weltkinos sind gigantisch", sagte die 43-Jährige, die sich selbst als eines der "Praunheim-Kinder" bezeichnete. Fünf Lektionen habe sie von ihm gelernt: "Machen, machen, machen", "Hilf anderen", "Zauberei existiert", "Unglück ist wichtiger als Glück" und "Liebe, egal ob man dich zurückliebt". Rosa von Praunheim sei eine Kraftquelle und ein Jungbrunnen der deutschen Filmszene. "Du bist der Jüngste im Raum voller Nachwuchsfilmer und deshalb der perfekte Ehrenpreisträger auf dem Festival", sagte von Heinz.

Von Praunheim selbst nannte die Auszeichnung "Nachwuchspreis" und kündigte an: "Ich habe noch viel vor!" Den Preis widmete er seinen wichtigsten Mitarbeitern, denen er in Saarbrücken eigene kurze Gedichte vortrug - darunter auch seinem Lebenspartner, dem Regisseur und Autor Oliver Sechting (44). Ihm galt auch das von Praunheim geschriebene Lied "Je t'aime", das "Darkroom"-Darsteller Heiner Bomhard auf der Ukulele sang.

"Liebe ist das Wichtigste!", sagte von Praunheim auf die Frage der Moderatorin, was er den Zuschauern mit auf den Weg gäbe. "Neben den Filmen brauchen wir sehr viel Liebe!"

Die Premiere des Dramas "Darkroom - Tödliche Tropfen", der am 30. Januar in die Kinos kommt, wurde am Montag parallel in vier Kinosälen gezeigt. Der bedrückende Film basiert auf einem Kriminalfall aus dem Jahr 2012 und erzählt die Geschichte eines aus Saarbrücken stammenden jungen Mannes, der in der Berliner Schwulenszene ein mörderisches Doppelleben führt. Nach Ansicht von Festivalleiterin Svenja Böttger war "Darkroom" der perfekte Eröffnungsfilm für das diesjährige MOP. Er knüpfe mit der Herkunft des Protagonisten und dem Anfang der Geschichte nicht nur eine Verbindung zu Saarbrücken, sondern stehe ganz in der Tradition des Festival-Gründungsgedankens, "auch dem queeren Film eine Plattform zu geben".

Bis Sonntag werden mehr als 150 Filme gezeigt und rund 40 000 Besucher erwartet. Darunter auch die Schauspielerin Heike Makatsch ("Männerpension", "Hilde"). Von ihr werden vier Filme gezeigt, bei dreien soll sie anwesend sein.

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