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Ufo: Vorerst kein Flugbegleiter-Streik

Mörfelden-Walldorf  

Ufo: Vorerst kein Flugbegleiter-Streik

20.01.2020, 14:22 Uhr | dpa

Ufo: Vorerst kein Flugbegleiter-Streik. Fahnen der Ufo Flugbegleitergewerkschaft

Es sind Fahnen der Ufo Flugbegleitergewerkschaft zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Passagiere der Lufthansa müssen nun doch keine baldigen Streiks der Flugbegleiter fürchten. Nach einem neuerlichen Vorstoß des Unternehmens hat die Gewerkschaft Ufo ihre Vorbereitungen für einen unbefristeten Arbeitskampf am Montag ausgesetzt. Eine für Mittwoch anberaumte Pressekonferenz, auf welcher der genaue Umfang und Zeitpunkt des Streiks angekündigt werden sollten, wurde abgesagt.

"Wir sind mit einer Lösungsinitiative auf die Ufo zugegangen", erklärte eine Lufthansa-Sprecherin, ohne weitere Details zu nennen. Auch Gewerkschaftssprecher Nicoley Baublies wollte sich nicht zum Inhalt des Vorschlags äußern, der dem Vernehmen nach auf den neuen Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann zurück geht. Er hatte den Posten zum Jahreswechsel von der glücklosen Bettina Volkens übernommen.

"Wir haben heute Morgen von Lufthansa einen neuen Lösungsansatz erhalten. Um diesem Versuch eine ernsthafte Chance zu geben, haben wir erst einmal bei allen Vorbereitungen zu Streiks auf Pause gedrückt und werden über die Inhalte des LH-Vorschlags nicht öffentlich diskutieren", erklärte Ufo-Vize Daniel Flohr laut einer Mitteilung vom Montag.

Zuletzt waren die Tarifpartner uneins geblieben, wie eine möglichst umfassende Schlichtung mit der Mediation tariffremder Themen zusammenwirken sollte. Die Ufo hatte den automatischen Einstieg in die Schlichtung und die für das gesamte Verfahren verlangte Friedenspflicht nicht akzeptiert. Die Lufthansa wollte andererseits den Einstieg in die Schlichtung nicht von einer einvernehmlichen Lösung in der Mediation abhängig machen. Man brauche schnell Lösungen für die tariflichen Probleme der rund 22 000 Flugbegleiter in den deutschen Teilbetrieben des Konzerns, hatte das Unternehmen wiederholt betont.

Nun scheint ein sofortiger Einstieg in die Mediation ohne Vorbedingungen für die Schlichtung möglich zu sein. Der Konzern hat der Ufo zudem mehrere Verhandlungstermine zu tariflichen Fragen für diese Woche angeboten. Ufo zeigte sich bereit, an diesen Tagen über das weitere Vorgehen zu beraten. An den Rettungsgesprächen vom Wochenende sollen erneut die beiden designierten Schlichter Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise beteiligt gewesen sein.

In dem Konflikt hat Ufo seit Oktober bereits drei Streikwellen bei verschiedenen Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns veranstaltet. Rund 2000 Flüge fielen bislang aus.

Neben Tarifthemen zu Arbeitsbedingungen, Renten und Entgelten haben die langen Auseinandersetzungen zwischen den streitenden Parteien einige Konflikte hinterlassen, die möglicherweise in einer Mediation gelöst werden können. Es geht unter anderem um persönliche Klagen der Lufthansa und damit verbundene Haftungsfragen gegen frühere und aktuelle Vorstände der Gewerkschaft. Auch war der frühere Ufo-Chef Baublies aus Lufthansa-Diensten entlassen worden. Die Ufo hat ihrerseits eine Millionenforderung gegen die Lufthansa aufgestellt.

Die Ufo schließt seit 2002 Tarifverträge mit der Lufthansa ab. In einer schweren Führungskrise der Gewerkschaft hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr aber deren Tariffähigkeit bezweifelt und Beschlüsse des Ufo-Vorstands nicht anerkannt. Eine entsprechende Klage zur Aberkennung des Gewerkschaftsstatus wurde in der Zwischenzeit aber zurückgenommen.

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