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"Unglaubliche Provokation": Demo gegen Kohlekraftwerk

Datteln  

"Unglaubliche Provokation": Demo gegen Kohlekraftwerk

24.01.2020, 13:48 Uhr | dpa

"Unglaubliche Provokation": Demo gegen Kohlekraftwerk. Demonstration gegen Inbetriebnahme

Teilnehmer der Demonstration stehen mit Schildern und Transparenten am Neumarkt. Foto: Fabian Strauch/dpa (Quelle: dpa)

Gegen die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 haben am Freitag mehrere Hundert Menschen demonstriert. Sie forderten die Bundesregierung auf, das Kraftwerk nicht ans Netz gehen zu lassen. Nach Angaben der Polizei waren bis zu 430 Demonstranten von der Dattelner Innenstadt zum Kraftwerksgelände am Dortmund-Ems-Kanal gezogen.

Aufgerufen zu der Demonstration unter dem Motto "Datteln 4? Nicht mit mir!" hatten die Klimabewegung Fridays for Future sowie anderen Organisationen. Sprüche wie "Klimakrise tötet" und "Kohle ist giftig für Mensch und Klima" waren auf Transparenten und Plakaten zu lesen.

Das Kraftwerk soll entgegen der Empfehlung der Kohlekommission ans Netz gehen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) sind der Ansicht, dass es sinnvoller sei, ältere und schmutzigere Steinkohlekraftwerke früher abzuschalten. Der Energiekonzern Uniper will das Kraftwerk im Sommer endgültig ans Netz bringen. Derzeit läuft es zeitweise im Probebetrieb.

Der NRW-Sprecher der Umweltorganisation BUND, Dirk Jansen, nannte es eine "unglaubliche Provokation", den Kohleausstieg mit dem Anschalten eines neuen Steinkohlekraftwerks zu beginnen. Datteln werde zum neuen Symbol der Klimabewegung. Der BUND hat wiederholt gegen das Kraftwerk geklagt. Einige Verfahren sind noch nicht entschieden.

Das Kraftwerk soll neben Strom für das allgemeine Netz auch erhebliche Mengen Bahnstrom liefern. Zudem kann es nach Angaben von Uniper auch viele Haushalte in der Region mit Fernwärme versorgen. Kritiker argumentieren, wegen der umfangreichen Lieferverträge werde das Kraftwerk stark ausgelastet und deshalb viel CO2 produzieren. Das Bundeswirtschaftsministerium hat erklärt, die Mehremissionen sollten "in vollem Umfang" ausgeglichen werden.

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