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Streit wegen Lärmschutz im Isental

Pastetten  

Streit wegen Lärmschutz im Isental

24.01.2020, 16:03 Uhr | dpa

Streit wegen Lärmschutz im Isental. Isentalautobahn (A94)

Ein Stück der A94 durch das Isental. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Im Streit um den Lärmschutz an der Isentalautobahn fordert Bayerns Ex-Umweltminister Marcel Huber (CSU) verlässliche Nachmessungen der Schallbelastungen bis zum Frühjahr. "Die Prüfungen müssen jetzt aber auch zeitnah in den kommenden zwei bis drei Monaten erfolgt sein", sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Huber erhofft sich von Prüfungen nicht nur Erkenntnisse darüber, ob ein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kürzlich angekündigtes Tempolimit von 120 km/h für bestimmte Abschnitte auf der Autobahn die Lage verbessern könne.

Denkbar wäre auch, dass beim Bau wie von Kritikern behauptet nicht ausreichend viele Lärmschutzwände gebe und der falsche Bodenbelag verbaut worden sei. "Das müssen wir ernst nehmen", sagte Huber. Um sersös entscheiden zu können, müsse aber zunächst abgewartet werden, was bei den Nachmessungen der Behörden herauskomme.

Vor knapp dreieinhalb Monaten war der 33 Kilometer lange Teilabschnitt der A94 zwischen Pastetten und Heldenstein durch das Isental eröffnet worden. Seither hagelt es wegen des Lärms von Autos und Lastwagen Proteste von Anwohnern. Aus diesem Grund hatten Huber und der örtliche CSU-Bundestagsabgeordnete, Stephan Mayer, am Freitag alle Betroffenen zu einem "Lärmschutzgipfel" eingeladen. Teilnehmer beschrieben die Stimmung als emotional aufgeladen.

Für Huber sollte dies aber nicht nur eine Gelegenheit zum mehr als dreistündigen Dampfablassen für die rund 150 bis 200 Besucher bei den ebenfalls anwesenden Behördenvertretern sein. Für Huber hat das Treffen auch ein erstes Ergebnis gebracht, um den Druck etwas zu senken: Im Sinne der Transparenz hätten Regierung und Baubehörden zugesagt, ihre Unterlagen zum Bau ins Internet stellen zu wollen.

Mit Blick auf die auch durch seinen Landtags-Wahlkreis laufende A 94 hat Huber die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung in Interesse aller Betroffenen noch nicht aufgegeben: "Es ist verständlich, dass sich die Anwohner in der direkten Umgebung durch die Geräusche beeinträchtigt fühlen." Gleichwohl müsse aber auch gesehen werden, dass von der Autobahn andernorts wie auf der Bundesstraße 12 auch Anwohner entlastet würden und auch Pendler, Handwerker und der Handel profitierten. Nun gehe es darum, alle berechtigten Interessen im Einklang abzuwiegen.

Der aktuelle Ärger um die Isentalautobahn hat Hubers Meinung über die gültigen Lärmschutzregeln verändert: "Ich glaube nicht, dass wir die aktuellen Regelungen in Deutschland auf Dauer so lassen können." Die bundeseinheitlichen Standards würden einvernehmliche und individuelle Lösungen im Sinne der Anwohner verhindern, weil dadurch sofort Präzedenzfälle befürchtet würden.

Die Isentalautobahn soll die Verbindung zwischen München und Passau verbessern, Umweltschützer und Anwohner hatten zuvor mehr als drei Jahrzehnte gegen den Bau gekämpft. Auch ein mögliches Tempolimit sorgt für Ärger: Fast 16 000 Menschen unterzeichneten bisher eine Petition, die Tempo 120 stoppen will. Unter anderem verweisen die Gegner auf den Schwerlastverkehr, der davon den meisten Lärm verursacht, aber ohnehin nicht so schnell fahren darf.

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