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Familie zu Sayn-Wittgenstein-Sayn plant neues Museum

Bendorf  

Familie zu Sayn-Wittgenstein-Sayn plant neues Museum

25.01.2020, 09:45 Uhr | dpa

Familie zu Sayn-Wittgenstein-Sayn plant neues Museum. Schloss Sayn

Das Schloss Sayn. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Zwei Jahrhundert-Damen stehen im Mittelpunkt eines geplanten Museums der Familie zu Sayn-Wittgenstein-Sayn bei Koblenz: "Mamarazza" und Leonilla. "Mamarazza" ist der Spitzname der 100-jährigen Fotografin Marianne zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Leonilla Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn ist als Zeugin des 19. Jahrhunderts fast 102 Jahre alt geworden. "Unser Museum wird sich diesen beiden Grandes Dames der letzten zwei Jahrhunderte widmen, aber auch Familien- und Sozialgeschichte erzählen", sagt Mariannes Schwiegertochter Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn im neugotischen Schloss in Bendorf-Sayn der Deutschen Presse-Agentur. Hier soll das "Neue Museum" inoffiziell am 29. Februar und offiziell am 21. März eröffnen. Auf fast 1000 Quadratmetern und zwei Etagen sollen Fotos, Gemälde, Stammbäume, Erinnerungsstücke und Kunstgegenstände einer von Deutschlands ältesten hochadeligen Familien zu sehen sein. Es gibt laut Planung Zeichnungen der Zofen, Ammen und Hausmusiker, antikes Reise-Waschgeschirr, Tafelsilber und Kleider. "Es soll ein Mitmachmuseum sein", sagt Gabriela. "Die Gäste, Erwachsene wie Kinder, können sich als Prinzen und Prinzessinnen verkleiden, ein Selfie auf dem fürstlichen Thron schießen oder den Tisch so wie es früher üblich war decken." Für die Jüngsten gebe es ein Schmetterlingskabinett und ein "Kinderreich".

Marianne und ihr 1962 gestorbener Ehemann Ludwig waren häufige Besucher der Nürburgring-Rennen. Daran erinnern im Museum im Raum "FürstClass" ihre Fotos, eine Tribüne und eine Seifenkiste.

"Mamarazza", Ururururenkelin der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, bekam ihre erste Kamera mit neun und fotografierte schon Sportler der Olympischen Spiele 1936. Ein Jahrhundert früher hatte Leonilla einen engen Draht zu Zaren, Königen und zum Papst.

Vor 100 Jahren, mit Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung am 14. August 1919, wurden die Vorrechte und Titel des Adels abgeschafft. Juristisch gibt es seitdem keinen deutschen Adelsstand mehr. Ein Privileg blieb allerdings: die Mitglieder der Adelsfamilien durften den alten Titel als Bestandteil des bürgerlichen Namens und auch das "von" und "zu" behalten.

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