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Letzte Verhandlungen zur Übernahme des Burgenlandklinikums

Naumburg (Saale)  

Letzte Verhandlungen zur Übernahme des Burgenlandklinikums

28.01.2020, 09:43 Uhr | dpa

Ameos oder SRH? Die Frage über einen neuen Eigentümer für das insolvente kommunale Burgenlandklinikum im Süden Sachsen-Anhalts soll in den nächsten Tagen entschieden werden. Das sagte ein Sprecher des Klinikums nach einer Sitzung von Vertretern der Gläubiger am Montagnachmittag. Bei dem Treffen wurde über die finalen Übernahmeangebote beraten. Jetzt laufen die abschließenden Verhandlungen. In den nächsten Tagen soll dann Klarheit herrschen, wer künftig die Geschicke des Klinikums mit Standorten in Naumburg und Zeitz leiten wird. Betroffen sind rund 1500 Beschäftigte.

Im Rennen sind der frei-gemeinnützige Träger SRH und der private Ameos-Konzern. Wer die besseren Chancen hat, wurde im Vorfeld nicht gesagt. Zum Bieterverfahren wurde Stillschweigen vereinbart.

In den vergangenen Wochen wuchs im Land die Befürchtung, dass Ameos das Rennen machen könnte. Der Konzern wird für seinen Umgang mit den Mitarbeitern sowohl von Arbeitnehmern als auch von der Landespolitik bis hin zu Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kritisiert.

Seit Montag werden vier Ameos-Standorte auf unbestimmte Zeit bestreikt, um Tarifverhandlungen durchzusetzen. Der Landrat im Burgenlandkreis, Götz Ulrich (CDU), macht keinen Hehl daraus, dass er auf einen Zuschlag für SRH hofft. Der Träger gehört zu einer gemeinnützigen Stiftung aus Heidelberg und betreibt in der Nähe bereits ein Klinikum in Gera sowie eine Reha-Klinik in Magdeburg.

Derzeit gehört das Klinikum dem Burgenlandkreis. Das Haus musste wegen finanzieller Schwierigkeiten im September vorigen Jahres Insolvenz anmelden. Seither wird versucht, den Betrieb zu sanieren. Parallel wird nach einem neuen Eigentümer gesucht.

Nach Angaben der Klinikleitung geht die Neuaufstellung des Betriebs gut voran. "Wir freuen uns über erste spürbare Fortschritte", sagte Geschäftsführer Lars Frohn. Sein Amtskollege Arne Berndt geht davon aus, dass auch nach der Übernahme durch einen neuen Träger beide Standorte in Naumburg und Zeitz erhalten bleiben können.

Die Insolvenz wird landesweit genau beobachtet. Auch mehrere andere, vor allem kommunale Kliniken, haben eine angespannte Finanzlage. Gesundheitsministerin Grimm-Benne kündigte zuletzt mehrfach an, ein kreditfinanziertes Landesprogramm aufsetzen zu wollen, um den Kliniken Millionensummen zur Verfügung zu stellen. So soll der Investitionsstau abgeschmolzen werden. Die schwarz-rot-grüne Landesregierung hatte Gespräche dazu zuletzt vertagt.

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