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Zahl der Weißstörche in MV weiter gesunken

Rostock  

Zahl der Weißstörche in MV weiter gesunken

28.01.2020, 14:29 Uhr | dpa

Zahl der Weißstörche in MV weiter gesunken. Ein Weißstorch steht in einem Tierpark

Ein Weißstorch steht im Tierpark Kunsterspring. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der Weißstörche in Mecklenburg-Vorpommern sinkt weiter. Im vergangenen Jahr seien nur noch 640 Paare gezählt worden, berichtete Stefan Kroll vom Naturschutzbund (Nabu). Damit sei zum fünften Mal in Folge der Bestand geschrumpft. 2018 seien es noch 26 Paare mehr gewesen. "Gegenüber 2014 ist der Bestand um mehr als 25 Prozent eingebrochen." Vor 15 Jahren hätten die Weißstorchschützer sogar 1142 Paare gezählt.

Wie Kroll weiter mitteilte, fiel der Bruterfolg 2019 durchschnittlich aus. "Pro Horstpaar wurden 1,67 Küken flügge, insgesamt traten 1066 Jungstörche den Weg in die Überwinterungsgebiete an." Kroll ist Vorsitzender der rund 40 Mitglieder zählenden Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz. Unverkennbar sei, dass der Bruterfolg langfristig sinkt. Der für den Bestandserhalt erforderliche Wert von 2,0 flüggen Küken pro Horstpaar sei letztmalig 2008 erreicht worden.

Die ersten Störche der Saison seien bereits in Niedersachsen angekommen, berichtete Kroll. Bis sie in Mecklenburg-Vorpommern sind, werde es nicht mehr lange dauern. Sollte es dann doch noch zu einem Kälteeinbruch kommen, würden sie sich übergangsweise wieder Richtung Südwesten aufmachen.

Es sei davon auszugehen, dass der Negativtrend anhält, sagte Kroll. Es sei unübersehbar, dass der Storch auf ein immer geringeres Nahrungsangebot trifft. "Die industrialisierte Landwirtschaft heutiger Prägung muss hier als hauptverantwortlich angesehen werden." Der Storch benötige vor allem feuchtes, extensiv genutztes Grünland und Kleingewässer, um ausreichend Nahrungstiere zu finden. Großflächige Mais- und Rapsfelder seien für ihn wie für viele andere Vogelarten nahezu wertlos.

Gefahren seien die Störche auch auf ihren Wegen zu und von den Winterquartieren ausgesetzt. Sie gingen vor allem von ungesicherten Stromleitungen und der Jagd aus. Die in Mecklenburg-Vorpommern brütenden Störche ziehen über die sogenannte Ostroute über den Bosporus, den Libanon und die Sinaihalbinsel nach Afrika. Die Störche aus Westdeutschland fliegen hauptsächlich nach Spanien und fänden dort auf Müllkippen ein breites Nahrungsangebot. Dies führe dazu, dass sich die Weißstorchpopulation im Westen eher vergrößere.

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