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Falscher Polizist zu Haft wegen Betrugs verurteilt

Flensburg  

Falscher Polizist zu Haft wegen Betrugs verurteilt

29.01.2020, 14:29 Uhr | dpa

Falscher Polizist zu Haft wegen Betrugs verurteilt. Landgericht Flensburg

Das Gebäude des Landgerichts Flensburg. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Ein 23 Jahre alter Mann, der als falscher Polizist mehrere Senioren um Geld und Goldmünzen betrogen hat, ist vom Landgericht Flensburg zu sechs Jahren Freiheitsstrafe wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte aus Itzehoe im vergangenen Jahr eine Hamburgerin um 15.000 Euro gebracht und bei einer Frau in Husum 42 Krügerrandmünzen im Wert von rund 48.000 Euro abgeholt hat. Eine weitere Tat blieb demnach ein Versuch, da das Opfer, ebenfalls eine Hamburgerin, misstrauisch wurde, als der Angeklagte keinen Dienstausweis vorlegen konnte.

Es gehe hier um Taten, die nach dem Modus Operandi "falscher Polizist" begangen worden sind, sagte der Vorsitzende Richter am Montag. Demnach hatten die Taten - wie oft in solchen Fällen - ihren Ursprung in einem Callcenter in der Türkei. Die Anrufer geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und bringen die Opfer unter Vorspielung falscher Tatsachen dazu, Geld und Wertgegenstände an Komplizen in Deutschland auszuhändigen.

Bei erfolgreicher Akquise kontaktiert ein Logistiker aus dem Callcenter nach Angaben des Landespolizeiamtes einen sogenannten Residenten in Deutschland. Von diesem lässt er sich einen Abholer wie den in Flensburg verurteilten 23-Jährigen vermitteln. Die Opfer würden dabei die ganze Zeit in der Telefonleitung gehalten, damit sie keine Zeit hätten nachzudenken, wie der Richter sagte. Die Geldabholer seien "Schlüsselpersonen" in dem System. Ohne sie käme niemand an Geld, sagte er weiter.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) von Mitte Dezember gab es 2019 bis dahin 2121 versuchte und 36 vollendete Taten falscher Polizisten in Schleswig-Holstein. Die Schadensumme betrug bis dahin rund 1,06 Millionen Euro.

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