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Bioraffinerie für 550 Millionen Euro in Leuna geplant

Leuna  

Bioraffinerie für 550 Millionen Euro in Leuna geplant

30.01.2020, 15:43 Uhr | dpa

Bioraffinerie für 550 Millionen Euro in Leuna geplant. Blick auf die Raffinerie in Leuna

Blick auf die Raffinerie in Leuna. Foto: Waltraud Grubitzsch/zb/dpa (Quelle: dpa)

Das finnische Unternehmen UPM will 550 Millionen Euro in eine Bioraffinerie am Chemiestandort Leuna investieren. In der Fabrik sollen aus Laubholz Biochemikalien produziert werden, wie UPM am Donnerstag in Helsinki mitteilte. Diese Biochemikalien ermöglichten bei vielen Produkten des täglichen Bedarfs einen Umstieg von fossilen Rohstoffen auf nachhaltige Alternativen. Beispiele seien Textilien, PET-Flaschen, Verpackungen, aber auch Verbundwerkstoffe, Arzneimittel, Kosmetika und Waschmittel. Derzeit würden vor allem fossile Rohstoffe wie Öl, Erdgas und Kohle eingesetzt. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) entstehen mit dem Vorhaben rund 200 Arbeitsplätze in Leuna.

Die jährliche Gesamtkapazität soll den Unternehmensangaben zufolge bei 220 000 Tonnen liegen. Der Produktionsstart sei für Ende 2022 geplant. Eingesetzt würden Reststoffe aus Sägewerken sowie nachhaltig zertifiziertes Industrielaubholz. Die Holzverfügbarkeit in der Region sei sehr gut. Der Chemiestandort Leuna mit seiner Infrastruktur sei ein attraktives Umfeld für den Bau der Anlage, die Nähe zu den wesentlichen Kunden sei gegeben.

"Nachhaltige Chemikalien aus Biomasse sind eines der drei strategischen Wachstumsfelder für unser Unternehmen und zentral für unser Bestreben, Innovationen für eine Zukunft ohne fossile Rohstoffe zu schaffen", erklärte UPM. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen ein profitables Geschäft mit holzbasierten Biokraftstoffen aufgebaut. "Mit der Investition in die Bioraffinerie in Leuna schaffen wir einen völlig neuen Geschäftsbereich mit großem Wachstumspotenzial für UPM."

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Energieministerin Claudia Dalbert (Grüne) begrüßten die Investition. Sie bringe den Strukturwandel im Land voran. "Hier entstehen neue, zukunftssichere Arbeitsplätze in einem innovativen Wirtschaftszweig. Ich freue mich, dass die Gespräche, die ich zusammen mit dem Wirtschaftsministerium in der Staatskanzlei bereits 2018 mit dem Unternehmen geführt habe, nun zu einem guten Ergebnis gekommen sind", sagte Haseloff.

Nach Ansicht von Minister Willingmann wird Sachsen-Anhalt "auch durch die Investition in die Bioraffinerie immer mehr zum Land der Zukunftstechnologien". Zusätzlich investiere die InfraLeuna GmbH rund 100 Millionen Euro in die Infrastruktur des Chemieparks, der sich im Auswahlprozess gegen einen möglichen Standort in Hessen durchgesetzt habe.

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