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Prozess in Mühlhausen: Angeklagter gesteht Schläge

Mühlhausen/Thüringen  

Prozess in Mühlhausen: Angeklagter gesteht Schläge

31.01.2020, 12:49 Uhr | dpa

Prozess in Mühlhausen: Angeklagter gesteht Schläge. Justizzentrum Mühlhausen

Das Justizzentrum Mühlhausen mit Landgericht und Staatsanwaltschaft. Foto: Martin Schutt/zb/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Kaputte Rippen, Einblutungen an Kopf, Hals und Bauch: Ein 42-Jähriger aus Artern (Kyffhäuserkreis) ist im Juni 2019 mit einer Vielzahl von Verletzungen ins Nordhäuser Krankenhaus gebracht worden. Seit Freitag verhandelt das Landgericht Mühlhausen nun gegen einen 44-Jährigen, der ihn so zugerichtet haben soll. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Zu Prozessauftakt gestand er zwei Faustschläge ins Gesicht des Opfers. "Ich hau' dir eine drauf", habe er gesagt und zugeschlagen. Weil die Freundin halbnackt und unter Drogeneinfluss in der Wohnung stand, sei er ausgerastet und auf den 42-Jährigen losgegangen.

Nach den ersten beiden Faustschlägen sei der Nebenbuhler zu Boden gegangen. Er habe ihn an den Füßen durch die Wohnung gezogen und gedroht, ihn aus dem Küchenfenster zu werfen. Dann habe sich das Opfer an einem vollen Wassertopf am Herd gestoßen und ihn schließlich gefragt, ob es die Wohnung verlassen könne. Er habe dem Mann noch einmal Vorhaltungen gemacht, sagte der Angeklagte. Getreten habe er ihn aber nicht. Er hätte nie gedacht, dass er so schwer verletzt war und davon sterben könnte. "Das kann ich nicht gewesen sein", betonte er selbstbewusst. Es sei alles nicht so, wie es aussehe.

Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen legt dem gebürtigen Sangerhäuser zur Last, aus Eifersucht den Mann mit zahlreichen Schlägen und Tritten schwer verletzt und seinen Tod verursacht zu haben. Die Staatsanwältin verlas mehr als 50 Verletzungen an Kopf und Oberkörper, darunter acht Rippenbrüche und zahlreiche Hämatome. Der Mann war fünf Tage nach der Tat in seiner Wohnung gefunden worden und weitere zwei Tage später im Krankenhaus gestorben.

Erst eine Woche später konnte der Angeklagte verhaftet werden, weil er sich versteckt hatte. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt. Dann sollen die Wohnungsinhaberin und deren ebenfalls bei der Attacke anwesender Sohn befragt werden. Das Landgericht hat weitere Verhandlungstermine bis Ende März geplant.

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