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Hoffnung in Skigebieten, Wetterdienst: zu mild

Klingenthal  

Hoffnung in Skigebieten, Wetterdienst: zu mild

04.02.2020, 14:09 Uhr | dpa

Hoffnung in Skigebieten, Wetterdienst: zu mild. Wintereinbruch im Erzgebirge

Ein Auto fährt auf einer Landstraße durch den verschneiten Wald bei Einsiedel. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Erleichterung im Erzgebirge, Aufatmen im Vogtland: Der Wintereinbruch in der Nacht zum Dienstag beschert den sächsischen Skigebieten nach zuletzt großen Verlusten Hoffnung auf eine Trendwende in den anstehenden Winterferien. Der Neuschnee hat in den Wintersportregionen Klingenthal, Oberwiesenthal und Schöneck die Zuversicht auf möglichst viele Öffnungstage in der verbleibenden Saison geweckt.

Bisher sei der Skibetrieb kaum möglich gewesen, sagte Anne-Katrin Zengler vom Skigebiet Mühlleiten im vogtländischen Klingenthal der Deutschen Presse-Agentur. "An einen derart schneearmen, milden Winter in unserer Höhenlage kann ich mich nicht erinnern", fügte die Mitarbeiterin der Tourist-Information hinzu. Nun soll der Lift in rund 800 Metern Höhe täglich öffnen. "Wir hoffen, die nächsten Tauwetter-Phasen bleiben aus."

Vor Ort seien aktuell aber kaum mehr als zehn Zentimeter Neuschnee dazugekommen. "Noch ist der Schnee zu wenig, um unsere Loipen zu spuren, aber sie sind eingeschränkt nutzbar", berichtete Zengler. Mit Hilfe von Kunstschnee und kühleren Temperaturen soll in dem Skigebiet in über 800 Metern Höhe der Skilift nun täglich öffnen.

In Sachsens am höchsten gelegenem Skigebiet im erzgebirgischen Oberwiesenthal haben die jüngsten Schneefälle die Pistenbedingungen dagegen extrem verbessert, wie der Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn GmbH, René Lötzsch, sagte. In dem Gebiet am Fichtelberg habe der Skibetrieb in dieser Saison kurz vor Weihnachten begonnen. "Dank technischer Beschneiung konnten wir ihn aufrechterhalten." Nun sind laut Lötzsch auch die Loipen auf 20 Kilometern geöffnet. Es liefen sechs Lifte, zusätzlich stehe den Besuchern eine Kunsteisbahn zur Verfügung.

Sehnsüchtig erwartet wurde der Wintereinbruch auch im vogtländischen Schöneck. "Wäre der Schnee nicht gekommen, hätten wir unseren kleineren Skihang sperren müssen", sagte Michael Hecht, Geschäftsführer des örtlichen Tourismusverbandes. Der Rodelhang und der größere Skihang mit Vierer-Sessellift und 820 Metern Länge seien dank Kunstschnee seit zwei Wochen in Betrieb.

"Bei den diesjährigen Bedingungen sind wir dankbar, dieses Angebot halten zu können", bemerkte Hecht. Mit Nachtfrösten und etwas mehr Schnee hofft er auch in den Winterferien überzeugen zu können. "Immerhin erwarten wir in den nächsten Wochen tausende Besucher in unserem Skigebiet."

Einen Komplettausfall bescheinigt Florian Engelmann dem bisherigen Winter. Der Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig betonte, die kalte Jahreszeit sei besonders für das sächsische Bergland untypisch verlaufen. Der Dezember und Januar seien durchschnittlich um fast drei Grad zu mild gewesen. "Dazu kommt der fehlende Niederschlag. An einigen Orten fehlt fast die Hälfte."

An den meisten Messstationen Sachsens gab es laut Engelmann bisher höchstens einen Tag im Dauerfrostbereich. Vom jetzigen Wintereinbruch erwartet er und 30 Zentimeter Neuschnee vor allem im Erzgebirge. Die Vorhersagen für die nächste Zeit zeigten jedoch eher herbstliches statt winterliches Wetter.

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