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Busverkehr in kreisfreien Städten lahmgelegt

Flensburg  

Busverkehr in kreisfreien Städten lahmgelegt

11.02.2020, 02:29 Uhr | dpa

Busverkehr in kreisfreien Städten lahmgelegt. Busse im Depot

Busse stehen im Depot in Kiel. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Noch bis zum Betriebsschluss am Donnerstag stehen wegen eines Warnstreiks in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster die Stadtbusse still. Die Busse seien in allen vier kreisfreien Städten am Morgen in den Depots geblieben, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Karl-Heinz Pliete, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zusätzliche Probleme bereiteten den Pendlern sturmbedingte Behinderungen bei der Bahn und glättebedingte Unfälle.

Zu dem dreitägigen Protest sind rund 1500 Beschäftigte aufgerufen. "In Kiel sind alle Stadtbusse ausgefallen", sagte eine Sprecherin der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) der dpa. Das Unternehmen habe dennoch kaum Kundenanfragen. "Die Leute haben sich mittlerweile auf die Warnstreiks eingestellt." Die Kieler Stadtbusse waren ebenso wie die Linien des Stadtverkehrs Lübeck bereits zum dritten Mal betroffen. "Die Stadt funktioniert", sagte eine Sprecherin in Lübeck. "Aber natürlich steigt der Ärger."

Die KVG geht davon aus, dass in den kommenden Tagen in Kiel alle Busse - einschließlich der Nachtbuslinien - ausfallen werden. Die Fahrten der Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) sowie die 500er und 900er Linien, die von der Autokraft geleistet werden, finden aber statt. Die KVG befördert nach eigenen Angaben normalerweise täglich 120 000 Menschen. Der Stadtverkehr Lübeck hat eigenen Angaben zufolge täglich etwa 100 000 Fahrgäste.

Hintergrund des Warnstreiks sind die Tarifverhandlungen um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten. Verdi verlangt eine Erhöhung um 2,06 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten bekommen. Die Arbeitgeber lehnen die Forderung als überzogen ab. Sie haben eine dreijährige Laufzeit angeboten mit drei Erhöhungsstufen: 110 Euro für 2020, 2,8 Prozent für 2021 und 2,3 Prozent für 2022.

Seit Mitte Januar hatte es Warnstreiks unter anderem in Lübeck, Kiel, Neumünster und Flensburg sowie mehreren Kreisen gegeben. Am Freitag waren die Verhandlungen der Tarifpartner für den öffentlichen Busverkehr erneut ohne Einigung abgebrochen worden. Die Gespräche sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Im Bereich des privaten Busverkehrs wollten beide Seiten noch am Dienstag die Verhandlungen in Kiel wieder aufnehmen.

"Damit haben die Arbeitgeber eine Erhöhung der Entgelte um insgesamt 9,10 Prozent angeboten - mehr ist einfach nicht möglich", sagte der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands, Wilfried Kley. Die erste Erhöhung für 2020 entspreche vier Prozent und liege deutlich über Erhöhungen in anderen Bereichen. Verdi-Verhandlungsführer Pliete nannte das Angebot eine "unzureichende Grundlage in Richtung eines Tarifabschlusses". Der Druck sei bislang offensichtlich nicht hoch genug gewesen.

Zu einer Demonstration in Kiel erwartet die Gewerkschaft am Mittwoch mehrere hundert Teilnehmer aus Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster.

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