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Zerstückelte Leiche: Lebenslange Haft

Itzehoe  

Zerstückelte Leiche: Lebenslange Haft

11.02.2020, 16:05 Uhr | dpa

Zerstückelte Leiche: Lebenslange Haft. Landgericht Itzehoe

Blick auf das Gebäude des Landgerichtes Itzehoe. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Im Prozess um eine zerstückelte und einbetonierte Leiche in Schleswig-Holstein hat das Landgericht Itzehoe die beiden Angeklagten wegen heimtückischen Mordes verurteilt. Die Schwurgerichtskammer verhängte gegen den 47 Jahre alten Mann und seine zehn Jahre jüngere Freundin jeweils lebenslange Freiheitsstrafen. Nach Überzeugung des Gerichts sollen sie gemeinsam den ehemaligen Lebensgefährten der Frau in Dammfleth im Kreis Steinburg in einen Hinterhalt gelockt und erschossen haben. Die deutsche Frau befand sich seit Ende letzten Jahres auf freiem Fuß. Nach der Urteilsverkündung wurde sie wegen Fluchtgefahr noch im Gerichtssaal verhaftet.

Die zur Tatzeit 14 Jahre alte Tochter des Opfers soll an der Tat beteiligt gewesen sein, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung. Die junge Frau wird sich von Mittwoch an in einem gesonderten Verfahren vor der Jugendkammer des Landgerichts wegen der Vorwürfe verantworten müssen.

Die beiden Angeklagten hatten sich rund 20 Jahre zuvor im Hamburger Rotlicht-Milieu kennengelernt. 2016 begannen die zwei nach Überzeugung des Gerichts ein "heimliches Verhältnis". Für den türkischen Mann war es eine Liebesbeziehung, für sie eine sexuelle Beziehung, so die Richterin. 2017 folgte dann sein Einzug auf dem Reiterhof in Dammfleth. Dort lebte die Angeklagte gemeinsam mit ihren beiden Töchtern und deren Vater, ihrem Lebensgefährten. Offenbar gefiel dem 47-Jährigen das heimliche Dreiecksverhältnis nicht. Denn im April 2017 schlug er der Frau und ihrer damals 14 Jahre alten Tochter vor, den 42-jährigen Nebenbuhler gewaltsam zu beseitigen. Er habe den Platz des Opfers auf dem Hof einnehmen und neuer Lebenspartner der Frau werden wollen, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung.

"Morgen bringen wir meinen Vater um" hatte die 14-Jährige laut Gericht ihrem damals 16 Jahre alten Freund per WhatsApp mitgeteilt. Tatsächlich lockten Mutter und Tochter den ahnungslosen Mann am 21. April in das Kinderzimmer der 14-Jährigen. Dort habe der Hauptangeklagte hinter einem Kleiderschrank versteckt gewartet. Er habe sich von hinten an das Opfer heran geschlichen und ihm zwei Kugeln in den Kopf geschossen.

Die 14-Jährige habe anschließend aufgepasst, dass die Mutter und deren Freund beim Spuren-Beseitigen nicht von ihrer jüngeren Schwester überrascht werden. Die Leiche wurde zunächst in der Reithalle in einer Grube versteckt, aber als sie zu stinken anfing, holte der Mann sie nach Erkenntnissen des Gerichts heraus und zerstückelte sie. Die einzelnen kleineren Teile wurden einbetoniert, der Torso kam wieder zurück in die Grube und wurde mit Kalk bedeckt.

Die 14-Jährige habe zwei Freunde später unter Tränen die schreckliche Bluttat geschildert, sagte die Richterin. Sie wird sich von Mittwoch an in einem gesonderten Verfahren vor der Jugendkammer des Landgerichts wegen der Vorwürfe verantworten müssen.

Das Wissen um den Mord verstörte einen der jungen Männer so sehr, dass er am 17. Januar 2019 aus dem Unterricht heraus zur Polizei ging. "Respekt vor der Zivilcourage des jungen Mannes", sagte die Vorsitzende Richtern.

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