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Großprojekt für Behandlung psychisch Kranker gestartet

Klingenmünster  

Großprojekt für Behandlung psychisch Kranker gestartet

13.02.2020, 13:09 Uhr | dpa

Großprojekt für Behandlung psychisch Kranker gestartet. Sabine Bätzing-Lichtenthäler

Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Ministerin für Soziales, Arbeit und Gesundheit. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In Rheinland-Pfalz ist das laut Gesundheitsministerium bundesweit größte Modellprojekt zur Versorgung psychisch kranker Menschen angelaufen. Dabei sollen Patienten des Pfalzklinikums individueller und wohnortnah betreut werden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. "Das Projekt wird die Versorgung der Menschen in der gesamten Pfalz verändern", sagte Brigitte Anderl-Doliwa, Pflegedirektorin des Pfalzklinikums.

Seit Jahresbeginn läuft das Modellprojekt unter dem Namen "Innovative Psychiatrie für das 21. Jahrhundert" an allen 14 Standorten des Pfalzklinikums. Kern des Projekts, das zusammen mit den Krankenkassen im Bundesland erarbeitet wurde, ist ein schnellerer Wechsel zwischen stationärer, teil-stationärer und ambulanter Betreuung. Jeder Patient bekomme zudem einen persönlichen Betreuer an die Seite gestellt. Dieser kümmere sich bereits während eines stationären Aufenthaltes um den Patienten und setze die Betreuung dann auch ambulant fort. "Patienten können so verstärkt in ihrem persönlichen Lebensumfeld betreut werden", sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Dadurch solle sowohl die Therapieakzeptanz als auch der Erfolg der Behandlung gesteigert werden. Die Krankenkassen erhoffen sich auf Dauer auch eine Senkung der Behandlungskosten durch effektivere Therapien.

Etwa 15 000 Patienten des Pfalzklinikums könnten laut Anderl-Doliwa von dem Projekt profitieren. Finanziert wird es über das sogenannte Regionalbudget, eine festgelegte Pauschale, die das Pfalzklinikum von den Krankenkassen erhält. Das Modellprojekt ist zunächst auf acht Jahre ausgelegt. In den nächsten Monaten will das Pfalzklinikum zunächst seine Arbeitsweisen umstrukturieren und die etwa 800 betroffenen Mitarbeiter für die Einsätze im Team weiterbilden.

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