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Hoffnung auf Trendwende beim Mammografie-Programm

Weimar  

Hoffnung auf Trendwende beim Mammografie-Programm

16.02.2020, 09:42 Uhr | dpa

Hoffnung auf Trendwende beim Mammografie-Programm. Eine Frauenärztin betrachtet ein Brustkrebs-Karzinom

Eine Frauenärztin betrachtet an einem Monitor ein Brustkrebs-Karzinom. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Weimar (dpa/th) – Beim Röntgenprogramm zur Brustkrebs-Früherkennung deutet sich in Thüringen ein Ende des jahrelangen Abwärtstrends an. Vom Höchstwert des Jahres 2013 ist Thüringen aber noch deutlich entfernt, wie die Zentralstelle Mammografie-Screening in Weimar auf Anfrage mitteilte. In den ersten drei Quartalen 2019 unterzogen sich demnach knapp 55 Prozent der eingeladenen Frauen den Untersuchungen, ein genauso hoher Anteil wie im gesamten Jahr 2018. Im Jahr 2013 waren noch 65 Prozent der 50 bis 69 Jahre alten Frauen der Einladung zur freiwilligen Röntgenuntersuchung gefolgt.

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jährlich fast 70 000 Frauen. Über das sogenannte Mammografie-Screening für Frauen, das in Thüringen seit Anfang 2010 lückenlos verfügbar ist, sollen Krebsherde im Frühstadium erkannt und so die Heilungschancen erkrankter Frauen verbessert werden.

Frauen von 50 bis 65 Jahre werden von der Zentralstelle alle zwei Jahre zum kostenlosen Röntgencheck bei darauf spezialisierten Radiologen eingeladen. Seit dem Start des Programms 2007 verschickte die Zentralstelle in Thüringen knapp zwei Millionen Einladungen zu Erst- und Folgeuntersuchungen. Nach den Zahlen der Zentralstelle ist der Zuspruch in ländlichen Regionen größer als in größeren Städten.

Dies habe auch mit der unterschiedlichen Versorgungsdichte bei Radiologie-Praxen zu tun, sagte die programmverantwortliche Ärztin für Südostthüringen, Susanne Wurdinger, der Deutschen Presse-Agentur. Wo es noch andere Praxen gebe, fielen die Teilnahmequoten bei den Reihenuntersuchungen geringer aus. Zudem hänge viel davon ab, wie Frauenärzte ihre Patientinnen zur Teilnahme motivierten. Beim Screening wird die Untersuchung nicht nur in Arztpraxen, sondern auch in vier Röntgenfahrzeugen, sogenannten Mammobilen, vorgenommen.

Von 2014 an waren in Thüringen die Screening-Teilnahmeraten abrupt zurückgegangen. Die Zentralstelle erklärte den Rückgang damit, dass zu der Zeit in Medien der Nutzen des Screenings stark in Zweifel gezogen worden sei.

Im vergangenen September hatte die SPD-Politikerin Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, ihre Brustkrebs-Erkrankung öffentlich gemacht. Bei Erkrankungen von Prominenten steigt das Interesse am Screening nach Beobachtungen der Thüringer Screening-Ärzte regelmäßig an. Dieser Effekt sei aber meist nur kurzfristig, hieß es der Verwaltung der Screening-Region Nordwestthüringen. Nachhaltiger sei das systematische Einladungssystem.

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