Sie sind hier: Home > Regional >

Sachsens Politiker fordern Konsequenzen nach Anschlag

Dresden  

Sachsens Politiker fordern Konsequenzen nach Anschlag

20.02.2020, 13:11 Uhr | dpa

Sachsens Politiker fordern Konsequenzen nach Anschlag. Landtag Sachsen

Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau haben Sachsens Politiker mit Bestürzung reagiert und Konsequenzen gefordert. Solche Taten zeigten, dass "wir es zunehmend mit Einzeltätern zu tun haben, die über einen langen Zeitraum unauffällig bleiben und sich im Verborgenen radikalisieren", sagte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) am Donnerstag in Dresden.

Auf diese neue Herausforderung des "Täterprofils mit langer Inkubationszeit" müssten sich die Sicherheitsbehörden einstellen: "Dazu gehören auch hinreichend gesetzliche Befugnisse zur Gefahrenabwehr." Wöller sprach von einer fürchterlichen Tat.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kondolierte den Opfern, Hinterbliebenen und Verletzten. "Ich bin zutiefst erschüttert über die schrecklichen Morde in Hanau", schrieb er auf Twitter. "Hinter dieser abscheulichen Tat steckt eine rassistische & menschenverachtende Ideologie, der wir entschieden entgegentreten müssen!"

SPD-Generalsekretär Henning Homann forderte eine "längst überfällige Debatte über die Ausbreitung von Rassismus und Verschwörungstheorien in unserer Gesellschaft sowie ein konsequentes Vorgehen gegen jene, die Rassismus und rechte Verschwörungstheorien bewusst verbreiten". Sachsens SPD-Vorsitzender Martin Dulig schrieb auf Twitter: "Wenn sich die Nachrichten aus Hanau und dem Bekennerschreiben bestätigen, dann gibt es dafür nur einen Begriff: Rechtsterrorismus". Wut müsse sich in Kraft für Freiheit und Demokratie wandeln, so Dulig.

"Durch unser Land zieht sich eine braune Blutspur des Terrors. Wieder sterben Unschuldige, weil aus menschenverachtenden rassistischen und fremdenfeindlichen Gedanken wieder Taten werden", twitterte Leipzigs Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD).

Die sächsischen Grünen kündigten an, sich von der Tat nicht entmutigen zu lassen. Vielmehr wolle sich die Partei "noch engagierter für eine Gesellschaft einsetzen, in der alle Menschen gleich willkommen sind", hieß es auf Twitter. Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christin Melcher, schrieb: "Es ist Zeit, dass wir all jene unterstützen, die dafür eintreten, dass sich das nicht wiederholt".

"Die Ermordeten kommen aus unser aller Mitte und sind nicht mehr oder weniger "Fremde" als wir alle", verkündete Die Linke in Sachsen. "Niemand kann es wegdiskutieren: Es gibt Rechtsterrorismus in Deutschland, und er fordert Menschenleben", twitterte Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt.

Auch der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter nannte die "Bluttat von Hanau" in einem Tweet "abscheulich und unfassbar".

Ein 43-jähriger Deutscher hat am späten Mittwochabend in Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Nach Angaben des hessischen Innenministers gibt es Hinweise auf ein "fremdenfeindliches Motiv". Der Generalbundesanwalt ermittelt demnach wegen Terrorverdachts.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal