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Gerry-Weber-Chef verlässt das Unternehmen

Halle (Westfalen)  

Gerry-Weber-Chef verlässt das Unternehmen

21.02.2020, 13:49 Uhr | dpa

Gerry-Weber-Chef verlässt das Unternehmen. Ein Kleiderständer trägt das Logo von Gerry Weber

Ein Kleiderständer trägt neben Kleidung das Logo von Gerry Weber. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Kaum der Pleite entgangen, muss sich der Modehersteller Gerry Weber eine neue Führung suchen. Vorstandssprecher Johannes Ehling und Produktvorstand Urun Gursu verlassen das Unternehmen wegen des Wechsels der Eigentümerstruktur auf eigenen Wunsch zum Monatsende, wie Gerry Weber am Freitag mitteilte. Die Führung des Konzerns übernimmt vorläufig der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Gedat. Der Aufsichtsrat werde nun umgehend mit der Suche nach einem oder einer neuen Vorstandsvorsitzenden beginnen, hieß es.

Der seit langem mit wirtschaftlichen Problemen kämpfende Modehersteller hatte erst zum Jahreswechsel das im April vergangenen Jahres eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung hinter sich gelassen. Im Zuge des Verfahrens waren nicht nur mehr als hundert Filialen geschlossen und zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut worden. Auch die Altaktionäre wurden entschädigungslos aus dem Unternehmen herausgedrängt. Stattdessen übernahmen die Finanzinvestoren Robus, Whitebox und J.P. Morgan das Ruder.

Ehling stand seit Ende 2018 an der Spitze des angeschlagenen Unternehmens und spielte eine Schlüsselrolle beim Umbau des Konzerns. Gedat dankte Ehling und Gursu für ihr Engagement in den vergangenen Jahren. Beide hätten "extrem wichtige Arbeit für die weitere Entwicklung des Unternehmens geleistet". Er kündigte an, Gerry Weber werde an seinem strategischen Kurs festhalten. Das Unternehmen bekräftigte gleichzeitig das Ziel, in diesem Jahr einen Umsatz zwischen 370 und 390 Millionen Euro zu erreichen.

In den fünf Monaten vor dem Insolvenzantrag, dem Rumpfgeschäftsjahr 2018/19, hatte Gerry Weber nach dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht aufgrund außerplanmäßiger Aufwendungen und hoher Wertberichtigungen auf Sachanlagevermögen, Geschäfts- und Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte bei einem Konzernumsatz von knapp 216 Millionen Euro unter dem Strich einen Verlust von 244,5 Millionen Euro gemacht.

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