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Coronavirus: Zwei neue Verdachtsfälle in Sachsen

Dresden  

Coronavirus: Zwei neue Verdachtsfälle in Sachsen

25.02.2020, 17:07 Uhr | dpa

Coronavirus: Zwei neue Verdachtsfälle in Sachsen. Medizinischer Mundschutz

Medizinischer Mundschutz in einer Apotheke. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In Sachsen ist die Zahl der Menschen, die sich wegen des neuartigen Coronavirus vorsorglich in häuslicher Isolation befinden, auf sieben gestiegen. Beim jüngsten Verdachtsfall handele es sich um eine Frau aus Chemnitz, die Mitte Februar aus einem Risikogebiet in Italien zurückgekehrt sei, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag. Sie sei negativ auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden, befinde sich aber vorsorglich bis zum 1. März in Isolation zu Hause. Ihr gehe es gut, bisher gebe keinerlei Symptome, erklärte Köpping. Die Frau hatte sich selbst bei den Behörden gemeldet.

Bei einem sechsten Verdachtsfall geht es um einen Patienten aus dem Erzgebirge, der zuvor bei der Firma Webasto in Bayern direkten Kontakt zu einem Infizierten hatte. Auch bei ihm verlief ein entsprechender Test negativ. Zuvor waren fünf Verdachtsfälle in Sachsen bekannt.

Bisher gebe es keine Infektionsfälle in Sachsen, betonte die Gesundheitsministerin - und warnte vor Panikmache. "Ich appelliere an alle, Ruhe zu bewahren", sagte sie am Dienstag in Dresden. "Die Gesundheitsämter, Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte sind sehr gut vorbereitet und wissen, was zu tun ist." Alle Krankenhäuser seien in der Lage, Infektionspatienten zu behandeln und zu isolieren. Zudem gebe es neben dem Klinikum St. Georg in Leipzig auch im Städtischen Klinikum Dresden und Chemnitz sowie an den Unikliniken in Leipzig und Dresden spezielle Stationen für Infektionskrankheiten.

Generell sei die Gefahr einer Ansteckung in Sachsen sehr gering, aber nicht ausgeschlossen, so Köpping. Als Verdachtsfälle gelten Menschen mit den typischen Anzeichen der Erkrankung, die sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu nachweislich Erkrankten hatten. Betroffene könnten sich dann telefonisch an das zuständige Krankenhaus wenden und werden separat behandelt. "Auf keinen Fall ins volle Wartezimmer setzen", sagte Köpping.

Die Isolation zu Hause - ohne soziale Kontakte - ist den Angaben zufolge freiwillig, kann allerdings von den zuständigen Gesundheitsämtern kontrolliert werden. Verstöße gegen das sogenannte Infektionsschutzgesetz können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen, sei die Mithilfe der Bevölkerung von großer Bedeutung, so Köpping. Die Abriegelung von Städten oder Regionen, wie jüngst in Italien geschehen, sei nach derzeitiger Lage in Sachsen aber unvorstellbar. Falls die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Pandemie ausrufe, gelte ein nationaler Pandemieplan.

Um die Gefahr durch das neuartige Coronavirus einzuordnen, verwies die Ministerin auch auf die aktuelle Grippewelle in Sachsen, die mit rund 10 000 Erkrankten und 13 Toten ein "ganz anderes Ausmaß" habe. Daran zeige sich, dass Behörden und Mediziner gut gewappnet seien.

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